Roboter rollt ruckelfrei zum Sieg

Ralf Sichelschmidt
ZDI Roboterwettbewerb Sieger vom Gymnasium
ZDI Roboterwettbewerb Sieger vom Gymnasium
Foto: Ralf Sichelschmidt

Gevelsberg.  Ruckelfrei fährt der Roboter die einprogrammierten Wege auf der vorgegebenen Fläche ab. Dabei schiebt er behutsam einen Mähdrescher aus Lego vor sich her, um ihn an vorgegebener Stelle zu parken. Zurück in der „Base“, sagen wir einmal Parkposition dazu, greifen Jan Standke, Alexander Wieske, Daniel Hilgert und Sebastian Brandt vom Städtischen Gymnasiums Gevelsberg ein. Mit flinken Händen bereiten sie den von ihnen gebauten, und in vielen Stunden programmierten Roboter auf seine nächsten Aufgaben vor.

Jetzt gilt es, Plastikfische einzusammeln und in die entsprechende „Base“ zu bringen. Immer wieder wandert der Blick auf den Nebentisch, wo der Roboter eines Konkurrenzteams gleichzeitig auf Punktejagd bei der Erfüllung der 25 gestellten Aufgaben geht.

Abgespielt haben sich diese spannenden Szenen an der Universität in Wuppertal, wo die vier Jugendlichen an dem Finale des diesjährigen zdi-Roboterwettbewerbs teilnahmen. „zdi“ steht für die Gemeinschaftsoffensive „Zukunft durch Innovation“ und wird vom NRW-Wissenschaftsministerium moderiert. Bevor die vier, die ihr Team „The Unnamed“ – die Namenlosen – genannt haben, allerdings überhaupt in Wuppertal ins Finale starten konnten, galt es, sich nicht nur in der Regionalausscheidung an der Universität in Essen zu qualifizieren.

Hunderte Stunden Freizeit geopfert

„Bis unser Roboter auch genau das machte, was wir von ihm erwarteten, haben wir viele Stunden gebaut und vor allem programmiert“, erzählte der 15-jährige Alexander Weiske. Jan Standke fügte hinzu: „Da sind in diesem Schuljahr schon 300 bis 400 Stunden unserer Freizeit drauf gegangen.“ Damit dies überhaupt möglich war, wurde die vorgegebene Spielfläche mit allen Aufgabenelementen kurzerhand bei Alexander zu Hause nachgebaut. So konnten sie auch außerhalb der Schule experimentieren. Alle Elemente bestehen dabei aus Original-Legosteinen und Bauteilen. Lediglich die äußeren Abmessungen und spezielle Teile wie Stellmotoren waren limitiert und vorgegeben.

Zum vierten Mal in Folge nahmen die Schüler bereits an diesem Wettbewerb teil und sind somit schon „alte Hasen“. Dass dies allerdings nicht unbedingt ein Vorteil sein muss, weiß Daniel Hilgert. „Ist der Roboter einmal gestartet, gibt es keine Möglichkeit mehr einzugreifen, dann muss er einfach laufen.“ Das hat ihr Roboter in Wuppertal nicht nur einmal unter Beweis gestellt. Nach drei Vorrundenläufen und einem Halbfinale gehörte ihnen im Finale mit acht Punkten Vorsprung der Sieg. Neben dem Pokal von NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze gab es großes Lob ihres Betreuungslehrers Reinhard Zwirnmann.

Ob es im nächsten Schuljahr weiter geht, wissen die vier noch nicht. „Dann müssen wir uns in der Jahrgangsstufe 11 vor allem aufs Abi vorbereiten“, so Sebastian Brandt. Aber jetzt sind erst einmal Ferien.