Reparieren statt wegwerfen

Altes und Kaputtes wird wieder auf Vordermann gebracht.
Altes und Kaputtes wird wieder auf Vordermann gebracht.
Foto: WP

Gevelsberg..  Zum zweiten Mal hat der Gevelsberger Kulturverein in Kooperation mit dem /dev/tal e. V. aus Wuppertal am Sonntagvormittag das Reparaturcafé in das kleine Kino Filmriss geholt. Die Mitglieder des /dev/tal Hackerspace veranstalten jeden Monat in Wuppertal ein Café in dem altes und kaputtes wieder auf Vordermann gebracht wird.

„Wir fanden das Konzept so toll, dass wir das auch hier etablieren wollen“, erklärt Fred Demmer vom Kulturverein, „Schon unsere erste Veranstaltung hat so viel positiven Nachhall gebracht, dass wir weitermachen wollen.“ Während beim ersten Reparaturcafé nur ein halbes Dutzend Leute mit ihren reparaturbedürftigen Schätzen ins Filmriss gekommen ist, haben an diesem Sonntag schon mehrere die Initiative ergriffen.

Kein Austausch von großen Teilen

„Wir bieten hier keinen Reparaturservice an – hier sollen die Leute ein Bewusstsein kriegen, wie man Sachen repariert und es vielleicht sogar danach selbst tun“, erklärt Demmer die Idee hinter dem Reparaturcafé. Er weiß, dass viele Leute gar nicht wissen, ob ihre Sachen wieder in Gang gebracht werden können oder nicht.

Auch Anja Machelett ist am Sonntagmorgen vorbeigekommen und hat eine kaputte Lautsprecherbox fürs Handy mitgebracht. „Der Stecker ist hier abgerissen und ich hab zuhause schon versucht es zu reparieren, aber ich habe es total falsch gemacht“, sagt Machelett. Im Reparaturcafé hat ihr einer der kompetenten Helfer erklärt, wo das Problem liegt und den Stecker wieder angelötet. Und bei der ersten Probe hat sich gezeigt: das Gerät läuft wieder.

Ganz normale Alltagsgegenstände bekommen hier im Filmriss wieder Leben eingehaucht. Das passiert nicht durch großes Austauschen von Teilen, sondern klappt oft mit kleinen Behilfsgegenständen. „Beim letzten Mal hatten wir einen Fall bei dem ein Lichtschalter nicht mehr funktionierte. Da haben die Leute von /dev/tal eine Kugelschreiberfeder eingesetzt und schon hat alles wieder geklappt“, erinnert sich Demmer.

Er hofft, dass das Reparaturcafé in Gevelsberg sich weiterentwickelt: „Wir suchen noch tatkräftige Helfer, die Lust am basteln und reparieren haben.“ Als besondere Voraussetzung müssen die Helfer technisch versiert sein. Das können Fernseh- oder Telekommunikationstechniker sein, Feinmechaniker oder Studenten und Auszubildende aus technischen Berufen. Einmal im Quartal sollen die Experten die reparaturbedürftigen Geräte retten. Diese Idee gründet vor allem auf Nachhaltigkeit. „Es muss nicht immer alles gleich weggeschmissen und neu gekauft werden“, so Demmer.

Aus diesem Grund ist auch Siegmund Reinelt ins Café gekommen. Er hat die Stereoanlage seiner Frau mitgebracht. Das Problem: der CD Player will die CD nicht mehr annehmen. Reinelt selbst ist Elektriker aber die Elektronik der Stereoanlage ist doch etwas anders als gedacht: „Schon zweimal hab ich sie auseinandergebaut aber nichts hat geholfen, jetzt will ich mir eine zweite Meinung einholen.“

 
 

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