Renate Haumann erlebt im Berufsleben Wandel der Stadt mit

Renate Haumann wird von Bürgermeister Claus Jacobi verabschiedet.
Renate Haumann wird von Bürgermeister Claus Jacobi verabschiedet.
Foto: Christian Werth

Gevelsberg..  36 Jahre lang war sie die „gute Seele“ der Bürger- und Jugendzentren. Renate Haumann hat den städtischen Besen in die Ecke gestellt und geht in den wohl verdienten Ruhestand. Bei der offiziellen Verabschiedung am Dienstagnachmittag im Bürgermeisterbüro wurde schnell deutlich, dass der Abschied nicht leicht fällt und auch eine Menge Wehmut mitspielt.

So verlässt die 63-Jährige ihren Beruf mit einem weinenden und einem lachenden Auge, hat nun endlich mehr Zeit für Radfahrten, Naturgenuss und ihre Reisebegeisterung. Die will sie schon in der kommenden Woche nutzen, wenn es mit ihrem Mann nach Ägypten geht.

„Sie waren immer eine Frau der Tat, was mit einer großen Lebensleistung verbunden ist. Sie waren für ihre Zuverlässigkeit bekannt und haben sich vor keiner Arbeit gescheut“, würdigte Bürgermeister Claus Jacobi die langjährige vorbildliche Arbeit der Reinigungskraft.

Seit 1979 hat Haumann die städtischen Einrichtungen auf Vordermann gebracht, begann zunächst in verschiedenen Kindergärten, ab 1991 im einstigen Bürgertreff Berge und von 2003 an im Schulzentrum „Alte Geer“. Währenddessen weitete die Vogelsangerin ihre Tätigkeiten stets weit über die Raumsäuberung hinaus aus, unterhielt engen Kontakt zu Lehrern, Schülern und Eltern und diente zuweilen als Anlaufstelle für die Jugend.

Viele Menschen kennengelernt

„Es war eine gute Zeit, in der ich viele Menschen kennengelernt und viele Kontakte knüpfen konnte“, bilanziert Haumann und erinnert sich besonders gerne an die Zeit im Berger Bürgertreff zurück, wo sie die Jugendarbeit unterstützt und von vielen sogar als Leiterin wahrgenommen worden sei.

„Das war eben damals alles meins“, blickt die Mutter dreier Kinder im Alter von 43, 41 und 28 Jahre schmunzelnd auf ihre einstige Wirkungsstätte zurück.

Doch auch bei der älteren Bevölkerung ist die Reinigungsfachfrau durchweg gut angekommen. So zeichnete sie seit 2009 für die Hausbewirtschaftung des Bürgerhauses „Alte Johanneskirche“ verantwortlich und fungierte auch hier als Reinigungskraft, Hausmeisterin und Ansprechpartner für die unterschiedlichsten Anliegen. „Sie haben den Wandel der Stadt beruflich erlebt und waren bis zuletzt als guter Geist des Hauses bekannt“, lobte Jacobi.

Auch am Vogelsang hatte man Haumann vor einigen Tagen einen emotionalen Abschied beschert. Viele Weggefährten waren dazu ins Bürgerhaus gekommen und hatten der 63-Jährigen nicht ganz uneigennützig ein Waffeleisen geschenkt. Dass das ab und an auch in der „Alten Johanneskirche“ zum Einsatz kommen wird, kann die passionierte Hobbybäckerin schon jetzt versprechen. Schließlich hat Haumann zugesichert, auch im (Un-)Ruhestand regelmäßig nach dem Rechten zu schauen und doch nicht so ganz loslassen zu können.

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