Rechtliche Bedenken existieren weiterhin

Vor dem Bürgergespräch im Haus Martfeld demonstrierten Kinder und Jugendliche beider Vereine für den Bau von zwei dringend benötigten Kunstrasenplätzen.
Vor dem Bürgergespräch im Haus Martfeld demonstrierten Kinder und Jugendliche beider Vereine für den Bau von zwei dringend benötigten Kunstrasenplätzen.
Foto: WP

Schwelm..  Geht es nach der Vorlage der Stadtverwaltung, wird der von den Fußballvereinen SpVg Linderhausen und VfB Schwelm so dringend benötigte „Sportpark Nord“ heute Abend durch die Aufstellungsbeschlüsse der Bebauungspläne für eben diesen und für das Grundstück des jetzigen Rasenplatzes „Am Brunnen“ einen Schritt nach vorn gebracht. Ob die Politik diesen Weg jedoch mitgeht, ist mehr als zweifelhaft, eine Ablehnung der B-Pläne in ihrer aktuellen Form scheint realistisch.

Gibt es einen Anspruch oder nicht?

Hindernis könnte die weiterhin ungeklärte Rechtslage bei den Ansprüchen auf die Fläche sein, die die Stadt Schwelm für das Projekt kaufen muss. „Hat der Landwirt einen Anspruch darauf oder nicht?“, lautet die entscheidende Frage. Zuversicht, dass rechtlich alles in trockenen Tüchern ist, zeigt lediglich die SPD. Sie schrieb bereits vor zwei Wochen auf ihrer Internetseite: „Ein möglicher Rechtsstreit fände zwischen den Eigentümern statt und würde kein Streit mit der Stadt. Rechtliche Bedenken sind haltlos, werden aber von einigen Parteien (auch in der Presse) hochgehalten, um künstlich eine ,Hilfsbedürftigkeit’ der – in Wahrheit erprobten und zuverlässigen – Verwaltung vorzugaukeln. Der Geländekauf ist kein Problem. Gelöst und gesichert werden muss nun die Finanzierung der zwei gewünschten Plätze.“

Damit sind die Sozialdemokraten voll auf Kurs ihres Bürgermeisters Jochen Stobbe, der vor den Osterferien betonte, dass der Ankauf – wie ursprünglich geplant – kein Problem sei.

Dessen sind sich die anderen Parteien im Rat nicht sicher. Ihnen fehlt ein klarer Beweis der Verwaltung, dass der Landwirt keinerlei Anspruch auf die Fläche hat, die die Stadt nun von der Erbengemeinschaft kaufen will. Gestern Abend berieten die Fraktionen, ein Ergebnis, wie heute abgestimmt wird, war zu Redaktionsschluss noch nicht vorhanden.

Es zeichnet sich jedoch eine gemeinsame Befürchtung ab: Sollte die Stadt das etwa 20 500 Quadratmeter große Grundstück kaufen, und dem Landwirt davon tatsächlich 6500 Quadratmeter zugesprochen werden, gehörten der Kommune plötzlich 13 000 Quadratmeter Acker, die sie nicht benötigt. Das Projekt wäre gestorben, gleichzeitig hätte man aber die Wohnbebauung auf dem Platz „Am Brunnen“ auf den Weg gebracht – was bei einer Realisierung der beiden B-Pläne im schlimmsten Fall bedeute, dass die Stadt Schwelm überhaupt keinen geeigneten Fußballplatz mehr hätte.

Es wird also spannendend heute Abend.

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