Rasant über die Museumsschleife

Ennepetal..  Zum vorletzten Mal in diesem Jahr hieß es am Sonntag: „Tag der offenen Tür“ im Industriemuseum. Dabei gab es eine Premiere. In den Debomi-Räumen wird ab sofort jedes Mal, wenn das Industriemuseum die Türen öffnet, auch eine Carrera-Bahn mit 32 Metern Spurlänge, von Karsten Weigel, Thorsten Dehnert, Jörg Gräfe und Michael Preuß gebaut und installiert, genutzt werden können.

Am Sonntag sah man, wie viele große „Kinder“ daran Freude hatten. „Museumsschleife“ nennt sich die Bahn, bei der man das Thema Ennepetal eingebaut habe. So hockt der Fuchs auf einer Anhöhe, die Ennepe ist zu sehen, Ennepetaler Firmen, die Weltmarktführer, entdeckt man und die Kluterthöhle werde demnächst auch gebaut.

„Leobener im Revier“ zu Gast

Professor Dr. Reinhard Döpp, Chef des Industriemuseums, freute sich, besondere Gäste, die „Leobener im Revier“, zu begrüßen. Es handelt sich um einen Freundeskreis von Absolventen der Montanuniversität Leoben/Steiermark, die heute im Ruhrgebiet leben und zu denen Döpp seit Jahren gute Kontakte pflegt. Die „Leobener im Revier“ treffen sich viermal jährlich stets an einem anderen Ort im Ruhrgebiet oder auch außerhalb, um Sehenswertes wie industrielle Produktionsstätten oder Baudenkmäler zu besichtigen. Prof. Döpp führte die Gäste durch die alten Kruse-Hallen. Unter Anleitung konnten kleine Teile abgeformt und nach dem Abgießen mit einer Aluminiumlegierung als Andenken mitgenommen werden. Die Leobener hatten auch Gelegenheit, verschiedene Fertigungsverfahren, eine Ofen- und Kaminplattensammlung, die Gegenüberstellung von Rohguss-Stücken und fertigen Erzeugnissen sowie eine Ausstellung von technik-geschichtlichen Modellen mit teils beweglichen Arbeitsabläufen kennenzulernen. Nach einem Klaviervortrag von Professor Döpp sangen alle gemeinsam das Steigerlied. Anschließend lockte in der Bibliothek des ehemaligen Kruse-Verwaltungsbüros eine Gemüsesuppe mit Würstchen, die Hannelore Finke gekocht hatte.

Natürlich kamen auch die Oldtimerfreunde wieder auf ihre Kosten. „Bei diesen Witterungsverhältnissen hätte ich nicht mit solch einem Andrang gerechnet“, sagte Kalli Bernhard, der sich mit seinem Team über etwa 200 Oldtimer und zahlreiche Motorräder freute, die den Weg ins Museum gefunden hatten. Zu sehen waren diesmal Fahrzeuge aller Art und fast jeden Alters.

400 Würstchen im Angebot

Mitmachtgießerei, Schmiedevorführungen, Dampfmaschinenmodelle und historische Maschinen wurden ebenfalls geboten, ebenso Kaffee und Kuchen sowie 400 Würstchen im und vor dem Schieferhaus.

Dabei waren auch die „Damen mit Herz“, zu denen 15 Frauen aus Altenvoerde und Voerde gehören. Sie boten selbst gemachte Marmelade, Essig, Likör, selbst genähte Brotkörbe, Handarbeiten, vorzugsweise Socken, Schals und Kindermützen, Bowle mit Minzblättern und Holunderblüten sowie Crêpes an. Der Erlös soll dem 18-jährigen Sohn der vor kurzem in Rüggeberg getöteten Frau zugute kommen.

Einige Damen der Truppe hatten seinerzeit beschlossen, ein kleines Netzwerk aus Unterstützern aufzubauen, nachdem sie erste Erfahrungen bei der Tafel gemacht hatten. Rasch fanden sie Mitstreiterinnen im Bekannten- und Freundeskreis. Für die „Damen mit Herz“ war es am Sonntag der vierte Einsatz. „Es läuft gut, die Leute greifen gern zu den selbst hergestellten Dingen für den guten Zweck“, freuten sie sich über den Andrang. „Eine gute Sache, die unterstützt werden muss“, sagte Heidi Cramer und spendierte Ehemann Manfred, Vorsitzender der Voerder Schützen, ein Gläschen Bowle.

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