Polizei warnt vor britischen Teerkolonnen

Von Klaus Bröking

Ennepe-Ruhr.  Die Polizei im Ennepe-Ruhr-Kreis warnt vor der jährlich wiederkehrenden Betrugsmasche britischer Teerkolonnen. Zu scheinbar günstigen Konditionen werden zumeist älteren, Hausbesitzern Teerarbeiten im Rahmen von Haustürgeschäften angeboten. Bei Einigung führen die britischen Handwerker zumeist minderwertige Arbeiten durch. Anschließend setzen sie die Vertragspartner unter Druck und verlangen einen höheren Preis, der oft dann auch bezahlt wird. Die Polizei rät, lassen sie sich nicht auf solche Haustürgeschäfte ein und informieren sie sofort die Polizei unter der Telefonnummer 110, wenn wieder solche Teerkolonnen unterwegs sind.

Höheren Preis verlangt

Am vergangenen Mittwoch war das zum Beispiel schon in Herdecke der Fall. Ein 41-jähriger britischer Staatsbürger bot einer Hausbesitzerin an der Haustür an, Teerarbeiten auf ihrem Grundstück durchzuführen. In einem Fall einigten sich beide Parteien auf das Teeren einer etwa 20 Quadratmeter großen Garagenfläche. Gegen Mittag erschien der 41-jährige mit einem grauen BMW Kombi mit britischem Kennzeichen in Begleitung von zwei Arbeitern in einem Lkw. Die Arbeiter verteilten mehrere Säcke Teer in der Einfahrt und bearbeiten sie mit einer Handwalze. Anschließend verlangten die Briten einen erheblich höheren Preis.

Auch beim Landesbetrieb Straßenbau NRW sind die britischen Kolonnen schon unangenehm aufgefallen. Im Bereich der Regionalniederlassung Südwestfalen von Straßen NRW seien angebliche Handwerker aus Manchester aktiv. Sie würden Anliegern anbietet, gegen Erstattung lediglich der Lohnkosten die Zufahrten neu zu asphaltieren.

Das erforderliche Material stamme angeblich aus Baumaßnahmen, bei denen es nicht mehr benötigt werde und, da es bereits bezahlt sei, könne es kostenlos eingesetzt werden.

Die Regionalniederlassung Südwestfalen weist in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass zwischen Baumaßnahmen der Regionalniederlassung und Aktivitäten besagter Firma kein Zusammenhang besteht und das Material nicht aus angeblichen Überschussmassen stamme. Auch hier sollte für von der Kolonne angesprochene Hausbesitzer der Grundsatz gelten: Keine Auftragsvergabe ohne Vergleichsangebot.