Partner feiern in Vendôme im großen Stil

40 Jahres Städtepartnerschaft Gevelsberg Vendome. Start und Fahrt von 500 Gevelsberger nach Frankreich. Zwei Busse starteten gegen 7 Uhr morgens am Rathaus, gleichzeitig ging es am Ennepebogen und am Sportzentrum-West los. Fast 500 Gevelsberger traten die gemeinsame Reise nach Vendôme an.
40 Jahres Städtepartnerschaft Gevelsberg Vendome. Start und Fahrt von 500 Gevelsberger nach Frankreich. Zwei Busse starteten gegen 7 Uhr morgens am Rathaus, gleichzeitig ging es am Ennepebogen und am Sportzentrum-West los. Fast 500 Gevelsberger traten die gemeinsame Reise nach Vendôme an.
Foto: WP

Gevelsberg/Vendôme.  Die Menschen lagen sich in den Armen, die Autos hupten, einige trugen spezielle T-Shirts zur Städtepartnerschaft, hunderte Franzosen waren gekommen, um die 500 Freunde aus Gevelsberg gestern Abend um 19 Uhr in Vendôme willkommen zu heißen. Ein hochemotionaler Auftakt für die dreitägige Feier zum 40-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft.

Zwölf Stunden vorher: Der Bus mit der Nummer 8 war der erste, der sich gestern kurz vor 7 Uhr auf den Weg nach Vendôme aufmachte. Für ihn endete die Reise aber auch am schnellsten. Bei Aachen versagte die Schaltung, ein Ersatzfahrzeug musste her. Die anderen acht Busse brachten die rund 800 Kilometer dafür ohne größere Probleme hinter sich. Und die Gevelsberger Reisegruppe kam pünktlich zu Beginn der großen Feier zum 40-jährigen in Frankreich an. Die meisten per Bus, viele mit dem Privatwagen, die Radfahrer mit Muskelkraft und Durchhaltevermögen.

Der heimische Landatagsabgeordnete Hubertus Kramer hatte sich einen Platz im Bus mit der Nummer 1 gesichert. Mit dabei viele Vertreter der Politik, Stadtverwaltung und Mitglieder von heimischen Vereinen und Institutionen. Für den SPD-Mann in Düsseldorf gehört so ein Trip in die Partnerstadt einfach dazu, „wenn man politisch in Gevelsberg aktiv ist.“ Er feierte bereits mit, als die Städtepartnerschaft 30 Jahre alt wurde. „Das war damals grandios“, erinnert er sich. Nichts weniger als ein überwältigendes Fest erwartet er auch in diesem Jahr. „Die Menschen sind sehr herzlich und gastfreundlich.“ Schon deshalb sei Vendôme immer eine Reise wert.

Für Rita Wessel ist es die 39. Fahrt in Richtung Frankreich. Damals habe sie den Austausch mit der VKS-Ballettgruppe mitgemacht, seitdem ist sie jedes Jahr bei ihrer Gastfamilie. Dort habe sie eine französische Schwester gefunden, sagt sie und lacht. In all den Jahren habe sie die Familie wachsen gesehen, die Kinder von damals hätten nun selbst Kinder. Und die Freundschaft gehe längst viel weiter. Gemeinsame Kurzurlaube, mal in Frankreich, mal in Deutschland gehörten dazu. „Wir nehmen Anteil am Leben des anderen“, sagt sie. In fünf Wochen ist bereits der Gegenbesuch geplant. Rita Wessel glaubt, dass solch eine deutsch-französische Freundschaft keine Einzelheit sei, „die Städtepartnerschaft ist unglaublich aktiv, es gibt viele Verbindungen zwischen Gevelsberg und Vendôme.“

Altbürgermeister Dr. Klaus Solmecke kann da nur zustimmen. Seit den frühen 80er Jahren engagiert er sich in Sachen Städtepartnerschaft, war seitdem mehr als 60 Mal in Vendôme und erinnert sich an viele herzliche Begegnungen und besondere Erlebnisse. Eine davon war aber eher der unangenehmeren Art – an der belgisch-französischen Grenze. Das war 1994. Und sein Bus wurde mehrere Stunden vom Zoll festgehalten.

„Wir wussten überhaupt nicht, was los war“, erzählt Solmecke. Die Beamten zeigten sich wenig kooperativ.“ So kam eins zum anderen, die Busfahrerin wurde etwas lauter und Solmecke hatte den damaligen Bürgermeister von Vendôme angerufen und um Hilfe gebeten. „Letztlich kam raus, dass die Zöllner betrunken waren und uns etwas schikanieren wollten“, erinnert er sich. Umso freundlicher war der Empfang in der Stadt am Loir.

Gestern jedenfalls war die Fahrt im Bürgermeisterbus entspannt. Ohne Zollkontrolle, mit einem Luigi Tiranno, der die Mitreisenden mit Pizza und Grappa versorgt. Und beim Stau rund um Paris gab es genügend Zeit, um den Eifelturm zu bewundern. Rund zwölf Stunden nach dem Start in Gevelsberg hatte es Rudi Kirschtowski geschafft. Sein Bus kam ohne Zwischenfälle in Vendôme an.

Das galt bis auf Bus Nummer 8 auch für die anderen Wagen, die Gevelsberger nach Frankreich brachten. Etwas geschafft aber voller Vorfreude auf das kunterbunte mehrtägige Programm stiegen sie aus den Bussen und wurden von den französischen Freunden und Partnern herzlich in Empfang genommen. Die meisten schlafen bei Gastfamilien – viele kennen sich seit Jahrzehnten.

 
 

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