Papa aus Köln zahlt keinen Unterhalt für 13-jährige Tochter in Schwelm

Schwelm..  „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dann umso mehr“, sagt ein Sprichwort. Doch traf das in diesem Falle auf einen 34-jährigen Beschuldigten vor dem Schwelmer Strafgericht auch zu? Dort musste sich der Mann aus Köln jetzt nämlich wegen Unterhaltspflichtverletzung verantworten. Für solche Delikte kennt der Gesetzgeber kein Pardon. Über Monate hinweg habe er den vom Jugendamt festgelegten Pflichtunterhalt über 260,70 Euro für seine 13-jährige Tochter nicht gezahlt, obwohl er einer Arbeit in einem Logistikunternehmen im Märkischen Kreis nachging, wo er rund 1500 Euro netto verdiente.

Seine Verteidigerin Angela Faulenbach, äußerte sich zu den Beschuldigungen für ihren Mandanten, der einzig sagte: „Wenn ich könnte, würde ich doch zahlen. Mir liegt das Wohle meines ersten Kindes doch auch am Herzen.“

Die Anwältin weiter: „Es handelt sich einfach nur um eine Falschberechnung des Jugendamtes.“ Mehrere Dokumente und Änderungsbescheide legte sie vor. Anstellung und Verdienst zur Tatzeit stimmten, aber ein Rechenfehler beim Amt läge vor.

Ihr Mandant habe da bereits mit seiner neuen Verlobten zusammen gelebt. Beide haben auch einen gemeinsamen Sohn. Diese finanziellen Belastungen seien ebenso wenig berücksichtigt worden, wie seine berufsbedingten Ausgaben, die nur als Pauschale angerechnet wurden. Dafür reichte die Juristin mehrere Dokumente ein.

Zudem eine Lohnpfändung des Amtes auf rückständige Forderungen. Fazit: „Er war in keiner Zeit in der Lage.“ Inzwischen allerdings sei der Beschuldigte in der Lage, aufgrund eines höheren Verdienstes (1800 Euro netto), einen Anteil zahlen zu können.

Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Gericht einigten sich daraufhin auf eine vorläufige Verfahrenseinstellung. Wenn der 34-Jährige im nächsten halben Jahr 75 Euro für seine Tochter überweist, wird die Strafakte geschlossen. Zivilrechtlich ist der Domstädter natürlich noch nicht aus der Nummer heraus.

EURE FAVORITEN