Ökoprofit geht in die zweite Runde

Alle Beteiligten der zweiten Ökoprofit-Runde bei der Auftaktveranstaltung der AVU in Gevelsberg.
Alle Beteiligten der zweiten Ökoprofit-Runde bei der Auftaktveranstaltung der AVU in Gevelsberg.
Foto: WP
Da passte die Nachricht vom radikalen Konzernumbau von EON sowie der Start des Klimagipfels in Lima gestern Morgen perfekt: Denn im Ennepe-Ruhr-Kreis ist man längst einen Schritt weiter. Die bereits zweite Runde von „Ökoprofit“ startete im AVU-Hauptsitz an der Drehbank in Gevelsberg.

Gevelsberg.. Elf Unternehmen aus dem Kreis beteiligen sich an dem Umweltmanagement-Programm. Ziel: Der Umwelt etwas Gutes zu tun und gleichzeitig Energiekosten zu reduzieren.

Nicht locker lassen

Erst vor wenigen Wochen zeichnete NRW-Minister Johannes Remmel in der Klinik Königsfeld die Unternehmen aus, die aus den neun kreisangehörigen Städten an der ersten Runde teilgenommen hatten, da ging es gestern sofort mit neuen Teilnehmern wieder ans Eingemachte. Landrat Dr. Arnim Brux begrüßte die Gäste und legte sofort unmissverständlich die Marschroute fest: „Der Kreistag hat sich im Jahr 2011 einstimmig dem Thema Energieeffizienz gestellt. Wir dürfen nicht locker lassen, im Rahmen unserer Möglichkeiten die Treibhausgase zu reduzieren“, sagte der Landrat. Gleichwohl sei es im EN-Kreis vergleichsweise schwer, grünen Strom zu produzieren. „Die Sonne scheint nicht permanent, und auch wegen der schweren Topografie können wir keine großen Windparks anlegen“, sagte Dr. Arnim Brux. Die entscheidende Frage laute daher: „Wie können wir ressourcenschonend und effizient mit unserer Energie umgehen?“

Exakt das ist das Thema, dem sich die Unternehmer widmeten, die Johannes Auge, Geschäftsführer der B.A.U.M. Consult, in die Materie einführte. Er und sein Team erfahrener Energie- und Umweltberater betreuen die Unternehmen nun ein Jahr lang. Sie kommen zu Einzelberatungen, aus denen konkrete Maßnahmen entwickelt werden, die oft auch ohne große Investitionen zum Erfolg führen. Das große – ideelle Ziel – nannte Baum vor dem Hintergrund der wegbrechenden fossilen Brennstoffe: „Machen Sie sich unabhängig. Energieautarkie wird irgendwann um das Jahr 2060 notwendig sein.“ Das spart im doppelten Sinne: Geld für die Unternehmer und tonnenweise CO2 zum Wohl der Atmosphäre.

Um das zu erreichen, sei es notwendig, dass die Teilnehmer mit offenem Visier in das Projekt gehen, das nach Ablauf des Jahres zertifiziert wird. „Erfahrungen machen, zusammenarbeiten, aktiv austauschen“, nannte Auge die Grundpfeiler, bevor es in den ersten Workshop ging. Finanzielle Unterstützung gibt es von der AVU, den Stadtwerken Witten sowie dem NRW-Umweltministerium. Mit im Boot sind zudem die Industrie- und Handelskammern aus Hagen und Bochum sowie die Energie-Agentur NRW und die Effizienz-Agentur NRW.

90 Prozent Wasser gespart

Für letztere war Matthias Graf gestern nach Gevelsberg gekommen und erläuterte gemeinsam mit Thorsten Coß, Geschäftsführer der AVU Netz GmbH, wie einfach oft sehr viel Geld gespart werden kann. So sei durch das einfache Umdrehen eines Wasserkreislaufs bei einem Betrieb der Wasserverbrauch um 90 Prozent gesenkt worden. „Das sind 60 000 Euro pro Jahr und die haben das Unternehmen vor der drohenden Insolvenz gerettet“, sagt Coß. Graf ergänzt: „Es sind oft kleine Dinge, die ohne großen Aufwand umgebaut werden können und einen riesigen Nutzen bringen“. Darauf hoffen auch die elf Betriebe jeglicher Größenordnung, die bei der zweiten Ökoprofit-Runde dabei sind.

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