Noch keine Heizung in Dreifeldsporthalle

Der Bau der Dreifeldsporthalle an der Milsper Straße schreitet voran. Allerdings ist der Auftrag für den Einbau der Heizungsanlage noch nicht vergeben.
Der Bau der Dreifeldsporthalle an der Milsper Straße schreitet voran. Allerdings ist der Auftrag für den Einbau der Heizungsanlage noch nicht vergeben.
Foto: WP

Schwelm.  Einen Rekord hat der Sportausschuss jetzt aufgestellt: In genau 38 Minuten bewältigten die Kommunalpolitiker in der Gustav-Heinemann-Schule die zehn Punkte der öffentlichen Tagesordnung. „Das war, glaube ich, die kürzeste Etatberatung, die wir jemals hatten“, fasste Sportausschuss-Vorsitzender Matthias Kampschulte den Sitzungsverlauf zusammen.

Wurden der Etatentwurf 2016 und die Änderung der Haus- und Badeordnung für das Hallenbad auch einstimmig beschieden und die Freigabe von 48 000 Euro für die Anschaffung von 17 Defibrillatoren, die einmal in den öffentlichen Gebäuden ihren Platz finden sollen, für gut befunden, so gibt es dennoch Fragestellungen, bei denen man durchaus unterschiedlicher Auffassung sein kann.

Runder Tisch tagt am 2. November

Solch ein Thema ist die Dreifeldsporthalle, die gerade an der Milsper Straße ihrer Fertigstellung entgegen sieht. Der frisch ins Amt gehobene neue Sport- und Bäderamtsleiter Andreas Tolksdorf gab dem Ausschuss einen Sachstandsbericht. Die neue Sportstätte soll im Januar 2016 an den Start gehen. Der runde Tisch für die Belegung der Halle wird voraussichtlich am 2. November ein weiteres Mal tagen. Und statt der ursprünglich geplanten konventionellen Leuchttechnik werden nun modernste LED für das richtige Licht in der Sportstätte sorgen. Die dafür nötigen Mehrkosten von 100 000 Euro werden von der Stadt Schwelm getragen. Darauf habe man sich mit dem Investor geeinigt, so Andreas Tolksdorf.

Viel spannender ist aber die Randbemerkung des Amtsleiters und das worüber nicht explizit im Detail gesprochen wurde. Der Heizungs- und Paketteinbau in die Dreifeldsporthalle sei witterungsabhängig, ließ Andreas Tolksdorf den Ausschuss wissen. Mit anderen Worten: Es gibt noch keine Heizung.

Was jeden Häuslebauer in Anbetracht des nahen Winters die Sorgenfalten auf die Stirn zaubern würde, scheint für die Stadt Schwelm kein Problem zu sein: Die Temperaturen sinken – und der Auftrag für den Bau der Heizungsanlage in der neuen Sporthalle ist noch nicht vergeben. Wir haben beim Investor, dem Schwelmer Unternehmer Ralf Stoffels, nachgefragt. „Die Entscheidung über die Heizung ist überfällig“, sagt Stoffels. Schon vor drei Monaten hätte dies geschehen müssen. In dem Vertragswerk habe sich die Stadt ein Mitspracherecht über die Wahl der Heizung einräumen lassen. Im Rathaus favorisiert man heiztechnisch eine Kombination aus Erdwärme und Gas-Brennwert-Therme. Aus Umweltgesichtspunkten und auch geringerer Betriebskosten wegen eine nachvollziehbare Forderung.

Knackpunkt sind jedoch die Kosten. Es geht wie häufig ums Geld und wer was bezahlt. Ursprünglich waren für den Sporthallenbau 3,5 Mio. Euro eingeplant. „Jetzt sind wir schon bei 4,5 Mio. Euro“, sagt Ralf Stoffels. Die Kombi-Lösung sei steuerungstechnisch sehr anspruchsvoll, könne nicht von jeder Firma gestemmt werden. Die Ausschreibungen seien erfolgt, nur die endgültige Entscheidung im Rathaus stehe noch aus.

Für die nötige Wärme in der Sporthalle sorgt zurzeit übergangsmäßig eine mobile Ölheizung. Die Brennstoffkosten belaufen sich auf 1000 Euro pro Monat. Hinzu kommen noch monatlich 1000 Euro Miete für die Gerätschaften – zu zahlen von dem Investor. Verständlich, dass der Investor nun auf eine schnelle Entscheidung drängt. Und einen Vorgeschmack auf den Winter haben die Schwelmer in den letzten Tagen auch schon bekommen. Ralf Stoffels hält dennoch an dem Eröffnungstermin in Januar fest.

 
 

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