Neues Jobcenter oder Schule am Bahnhof Loh

Die Bahnbrücke über die Linderhauser Straße soll abgerissen werden. Von dort wird ein Teilgebiet des Geländes „Bahnhof Loh“ über eine noch zu bauende Sackgasse erschlossen.
Die Bahnbrücke über die Linderhauser Straße soll abgerissen werden. Von dort wird ein Teilgebiet des Geländes „Bahnhof Loh“ über eine noch zu bauende Sackgasse erschlossen.
Foto: WP

Schwelm..  Lange wurde ein Standort fürs neue, gemeinsame Jobcenter für den Südkreis gesucht, jetzt steht eine Entscheidung unmittelbar bevor. Im Visier hat der Kreis ein knapp 10 000 Quadratmeter großes Grundstück am Bahnhof Loh in Schwelm. Das Verzwickte daran: Die Stadt Schwelm hat auch ein Auge darauf geworfen.

Vier Grundstücke zur Auswahl

Einen Beschluss zum Standort des neuen Jobcenters soll der Kreistag am Montag, 27. Juni, im nicht-öffentlichen Teil seiner Sitzung fassen. Zur Auswahl stehen nach Informationen unserer Zeitung mehrere Grundstücke in Schwelm und in Ennepetal (unter anderem Haus Ennepetal) – wobei es für die Fläche im Bereich Bahnhof Loh konkrete Entwürfe geben soll, wie bei der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft (BEG) als Eigentümerin der Fläche zu hören war.

Verkompliziert wird die Entscheidung für die Kreispolitik allerdings dadurch, dass auch Schwelm Interesse an dem Grundstück angemeldet hat. Die Kreisstadt steht vor der Herausforderung, den überraschend steigenden Schülerzahlen im Grundschulbereich entsprechenden Unterrichtsraum zur Verfügung zu stellen. Die Politik ist gerade dabei, die Verwaltung mit der Prüfung mehrerer Varianten zu beauftragen. Eine davon lautet: Neubau einer Schule im Bereich Bahnhof Loh. Der Hauptausschuss hat dem Prüfauftrag am Donnerstag bereits einstimmig seinen Segen erteilt. Die endgültige Entscheidung durch den Rat der Stadt Schwelm am kommenden Donnerstag, 30. Juni, im öffentlichen Teil der Sitzung gilt damit als Formsache.

Schwelms Politik könnte über Änderungsbeschlüsse beim B-Plan Vorkaufsrechte geltend machen. Allerdings will die Stadt gegenüber dem Kreis nicht die harte Keule auspacken, wie zu hören war. Vielmehr sollen sich Stadt und Kreis bzw. deren politische Vertreter hinter den Kulissen auf eine Kompromisslinie verständigt haben. Sie soll so aussehen, dass der Kreistag am Montag per Beschluss der Stadt Schwelm ein Zeitfenster einräumt, um zu klären, ob sie das Grundstück für einen Schulneubau braucht oder nicht.

Zeitraum bis nach Sommerpause

Der Stadt soll demnach ein Zeitraum bis nach der Sommerpause eingeräumt werden. Bis dahin will die Stadtverwaltung geklärt haben, ob der Raum-Mehrbedarf entweder im Gebäudebestand der vier Schwelmer Grundschulen, durch eine Erweiterung und Ertüchtigung der Grundschule Engelbertstraße und Nordstadtschule oder eben durch einen Schulneubau im Gebiet Bahnhof Loh/Rheinische Straße gedeckt werden kann. Die Entscheidung darüber soll der Rat der Stadt Schwelm in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause (Stand jetzt 22. September) fällen.

Sollte sich Schwelm für einen Schulneubau im Bereich Bahnhof Loh entschließen, würde der Kreis – wie zu hören war – angeblich auf einen anderen Standort ausweichen. Die BEG als Grundstückseigentümerin erklärte indes, dass am Bahnhof Loh genügend Platz sowohl fürs Jobcenter wie auch für eine neue Schule sei.

 
 

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