Neue Pläne für den Ikea-Homepark sind schon wesentlich bescheidener

Ikea will nach Wuppertal.
Ikea will nach Wuppertal.
Foto: Jakob Studnar
Der Verkaufsfläche von Ikea in der Größe von 45 000 Quadratmetern ständen in Wuppertal nach den neuesten Plänen weitere Fachmärkte mit insgesamt 4475 Quadratmetern gegenüber.

Ennepe-Ruhr..  „Die Stadt Wuppertal wollte bei der Ikea-Ansiedlung bis zum Ende des Jahres vollendete Tatsachen schaffen. Mit der Untersagungsverfügung der Landesregierung wurde allen Parteien Zeit verschafft“, kommentierten die heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Bovermann und Hubertus Kramer gestern den angeordneten Stopp der Planungen für ein Fachmarktzentrum an der Grenze zum Ennepe-Ruhr-Kreis.

Gegen ein reinen Möbelmarkt haben die beiden Politiker nichts einzuwenden. Aber Ikea sucht Partner für das Projekt und will mehr als Einrichtungsgegenstände an die Frau und den Mann bringen. Nach den neuen, bereits stark abgespeckten Plänen sollen auf der jetzigen Fertighausausstellung Ladenflächen entstehen für
Hausrat und Kunst auf 1750 Quadratmetern;
Elektrowaren auf 300 Quadratmetern;
Babybedarf auf 600 Quadratmetern;
Sportartikel auf 1400 Quadratmetern;
Spielwaren auf 50 Quadratmetern;
Büroartikel auf 190 Quadratmetern;
Bücher auf 10 Quadratmetern;
Wanduhren auf 10 Quadratmetern;
Lebensmittel auf 165 Quadratmetern.

Der Verkaufsfläche von Ikea in der Größe von 45 000 Quadratmetern ständen dann weitere Fachmärkte mit insgesamt 4475 Quadratmetern gegenüber.

Aber auch dieses Angebot auf der „Grünen Wiese“ könnte die Einzelhändler in den Innenstädten in Gefahr bringen, sind sich die heimischen Politiker mit der Düsseldorfer Staatskanzlei einig. „Es ist doch paradox, wenn die Landesregierung Mittel zur Verfügung stellt, damit die Innenstädte attraktiver werden und andererseits nichts dagegen tun soll, wenn ein solcher Ikea-Homepark die Käufer wieder hin­aus lockt“, schüttelt Kramer den Kopf.

Aber vielleicht geht es doch auch um Möbel. Wuppertals Verwaltung rechnet vor, dass die Bürgerinnen und Bürger nur die Hälfte ihrer Wohnzimmer, Küchen oder Schlafzimmer in der eigenen Stadt kaufen. „Dadurch geht uns eine Menge Kaufkraft verloren“, meint Oberbürgermeister Peter Jung. Fließen würden die Investitionen für Schränke, Tische und Betten nach Witten oder Haan. Das sind zwei „Möbel-Metropolen“, die mit Ostermann-Häusern wie ein Magnet auf zahlungskräftige Käufer auch aus Wuppertal wirken. Aber Ikea möchte nun einmal das ihr neues Fachmarkt-Konzept nicht ausgerechnet in Wuppertal über die Wupper geht und will sich deshalb nicht auf das eigene Angebot beschränken lassen.

Der schwedische Einrichtungsriese werde Seite an Seite mit Wuppertal den Weg weiter gehen und die Lust an der Millionen-Investition nicht verlieren, sind sich die Stadtväter sicher.

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