„Mutter aller Komödien“ zeigt sich mit viel Lust am Spiel

„Lass dich umarmen“: Thorsten Hamer (Robert, rechts), Marc Neumeister (Bernard) und Carola Schmidt (Janet).
„Lass dich umarmen“: Thorsten Hamer (Robert, rechts), Marc Neumeister (Bernard) und Carola Schmidt (Janet).
Foto: WP

Ennepetal..  Absolut vergnüglich - das ist die Zusammenfassung der mittlerweile achten Premiere des Leo- Theaters im Haus Ennepetal. Kein Klamauk, keine allzu platten Witze, aber viel Spiellust- und können bei allen Laienschauspielern auf der Bühne des großen Saals des Mehrgenerationenhauses wurden der Komödie „Boeing, Boeing“ mehr als gerecht.

„Die Mutter aller Komödien“ nennt das Leo Theater das gewählte Stück. Marc Camolettis Lustspiel ist ein Klassiker des Unterhaltungstheaters. Der französische Schriftsteller hat die Komödie 1960 in Paris uraufgeführt, 1965 kam das Stück an den Broadway und wurde im gleichen Jahr mit Tony Curtis und Jerry Lewis in den Hauptrollen verfilmt. Die Broadwayinszenierung wurde sieben Jahre lang gespielt und schließlich 1991 als weltweit meistgespieltes französisches Theaterstück in das Guinnessbuch der Rekorde aufgenommen.

Der Inhalt ist leicht erzählt: Der Pariser Bernard bietet gleich drei attraktiven Stewardessen, dreier verschiedener Fluglinien, ein Heim und eine starke Schulter in seiner Pariser Wohnung. Selbstverständlich ohne, dass die Damen voneinander wissen. Alles klappt dank Organisationsgeschick bestens, bis sich kurzfristig die Flugpläne ändern und alle drei Frauen gleichzeitig nach Hause, in Bernards Wohnung, kommen.

Geheimes Liebesleben in Gefahr

Unterstützt von seinem ebenfalls kurzfristig eingetroffenen Freund Robert aus der Provinz, versucht der Pariser sein geheimes Liebesleben auf engstem Raum zu koordinieren.

Christiane Breucker und Thorsten Hammer inszenieren die Komödie „Boeing Boeing“ mit leichter Hand und Lust am Verwechslungsspiel. „Wer Taxi, Taxi, Das perfekte Desaster-Dinner oder ein Traum von einer Hochzeit mochte, der wird auch Boeing Boeing lieben“, war sich Regisseur Thorsten Hamer schon vor der Premiere sicher. Der groß gewachsene Hamer, der auch als eine der Hauptfiguren des Sechspersonenstücks agierte, erinnert in Mimik und Gestik auf der Bühne an Walter Giller in seinen großen Komödien der 50er und 60er Jahre. Mit großer Geste, treuem Blick und leichter Verzweiflung strahlt Hamer auf der Bühne.

Rollen gekonnt gespielt

Karin Schwarz agiert als Hausmädchen Berthe wie eine Komplizin wider Willen. Mit Kodderschnauze à la Tana Schanzara überstrahlt die kurvige Mimin im biederen Hausmädchenlook die drei blonden Stewardessen Carola Schmidt (PAN AM), Christiane Breucker (Air France) und Nina Eichmann (SwissAir).

Mit Bravur meistern Carola Schmidt als Amerikanerin und vor allen anderen Nina Eichmann als Stewardess mit Schweizer Akzent die Tücken des Dialekts, der nicht der eigene ist. Charmeur Bernard gespielt von Marc Neumeister agiert routiniert als weltgewandter Verführer.

 
 

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