Museumsführung besonderer Art

Jan Schulte
Cornelai Hackler, Leiterin des Heimatmuseums Schwelm im Schlioss Haus Martfeld, lud am Sonntag, 1. April 2012, zu einer Museumsführung auf den Spuren der Karolingerzeit in Schwelm ein. Foto: Mustafa Balci
Cornelai Hackler, Leiterin des Heimatmuseums Schwelm im Schlioss Haus Martfeld, lud am Sonntag, 1. April 2012, zu einer Museumsführung auf den Spuren der Karolingerzeit in Schwelm ein. Foto: Mustafa Balci
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Schwelm. Rund 40 Interessierte hatten sich am Sonntagmorgen zu einer Museumsführung der besonderen Art im Haus Martfeld eingefunden. Gemeinsam mit der Kulturwissenschaftlerin und Museumsleiterin Cornelia Hackler begaben sich die Teilnehmer auf die Spuren der „Anfänge Schwelm im Licht der Karolinger Zeit“.

Cornelia Hackler hatte eine spannende Führung vorbereitet, die sie sowohl anhand der Info-Tafeln des Museums als auch mit einer multimedialen Präsentation abhielt. Auf die an der lokalen Besiedlungsgeschichte interessierten Besucher wartete eine Hülle an Informationen, die Hackler mit ihren fundierten Kenntnissen anschaulich darstellte – wenngleich sie diese manchmal vielleicht etwas zu schnell vortrug, wodurch das Zuhören und das direkte Verstehen nicht allen Besuchern gleich leicht fiel.

Die „karolingische Zeit“ ist die Zeit des 9. Jahrhunderts, in der Karl der Große die Herrschaft über die hiesige Region hatte. „Dieses Gebiet hier ist eigentlich stammfränkisch“, erklärte Cornelia Hackler und räumte mit dem Irrglauben auf, dass Schwelm und die umliegenden Siedlungen unter sächsischer Vorherrschaft gestanden hätten.

Erste Bauern wurdenin Schwelm sesshaft

Erstmalig wurde Schwelm um 800 n. Chr. im Heberegister der Abtei Werden. „Doch schon im Neolithikum, der Jungsteinzeit, waren die ersten Bauern hier in Schwelm sesshaft“, wusste die Stadtarchivarin Cornelia Hackler zu berichten. So seien Spuren von Ackerbau gefunden und nachgewiesen worden. „Der Ackerbau war damals schon so, wie wir ihn heute kennen.“ Zur Zeit des Neolithikums gingen die Bauern vom Nomadendasein über in die Sesshaftigkeit. Städtische Entwicklung habe Schwelm aber erst im Frühmittelalter genommen, als um die heutige Christuskirche herum ein zentraler Herrenhof errichtet worden war. Dieser war von frühmittelalterlicher Bedeutung.

An jenem Herrenhof - zu dem auch der außerhalb des angelegten Kastells „Fronhof“ gehörte, auf dem Agrarwirtschaft stattfand – waren ungefähr 14 kleinere Höfe angeschlossen, die sternförmig mit dem Hauptsitz in Schwelm verbunden waren. „Der Fronhof war aber nie das Zentrum der Besiedelung“, merkte Cornelia Hackler an. Die Heimatkunde betrachte dies zuweilen fälschlich.

Im Anschluss informierte die Museumsleiterin auch über die europäische Entwicklung von der Völkerwanderung bis ins Mittelalter.