Mit Wohnqualität Mieter gewinnen

Die wiedergewählten Aufsichtsratsmitglieder (von links): Axel Marten, Harald Gerbracht, Birgit Theis und Heinrich W. Maas. Im Bild ist auch Aufsichtsratsvorsitzender Lothar Feldmann (rechts). Er stand nicht zur Wahl.
Die wiedergewählten Aufsichtsratsmitglieder (von links): Axel Marten, Harald Gerbracht, Birgit Theis und Heinrich W. Maas. Im Bild ist auch Aufsichtsratsvorsitzender Lothar Feldmann (rechts). Er stand nicht zur Wahl.
Foto: WP

Schwelm..  2931 Wohnungen hat die Schwelmer und Soziale Wohnungsgenossenschaft, 133 davon standen zum Stichtag 31. Dezember 2014 leer. Eine Zahl, mit der Vorstandschef Berndt Erlenkötter durchaus zufrieden ist.

Denn im Vergleich zu 2013 sei der Leerstand nur leicht gestiegen. Lediglich elf Wohnungen wären in den vergangenen zwölf Monaten zur Negativstatistik hinzu gekommen. Insgesamt habe sich die Vermietungsleistung mit 260 Neuverträgen sogar um 3 Prozent verbessert. Berndt Erlenkötter geht aber aufgrund der rückläufigen Einwohnerzahl in Schwelm und des demographischen Wandels davon aus, dass die Wohnungsnachfrage zukünftig stärker sinken wird. „Deshalb ist es wichtig, in die Substanz zu investieren und ein ansprechendes Wohnumfeld zu erhalten.“ Der Vorsitzende kündigte an, Jahr für Jahr die Investitionssumme für Modernisierungen zu steigern.

Höchster Jahresüberschuss

Statt neu zu bauen, will die Genossenschaft also den Fokus auf den aktuellen Bestand setzen. Rund 3,15 Millionen Euro sind im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben in Modernisierungsmaßnahmen und die Instandhaltung geflossen. So viel wie in den vergangenen fünf Jahren nicht. Zum Vergleich: 2013 waren es etwa 400 000 Euro weniger. Ein Schwerpunkt stellte 2014 die Erneuerung von alten Heizkesseln dar. Alle verbliebenen Ölheizungen in den Häusern der Genossenschaft wurden nun durch Gasanlagen ersetzt. Insgesamt steckte die Schwelmer und Soziale in den vergangenen zehn Jahren 40 Millionen Euro in den Bestand.

Die Verbesserung des Wohnraumes sei wichtig für die Zukunft, so Erlenkötter. Man lege aber auch Wert auf Kundenzufriedenheit durch verbesserte Serviceleistungen, um auf dem Wohnungsmarkt für Mieter attraktiv zu sein. Einige Leerstände seien jedoch durchaus gewollt, betont Erlenkötter. Wie zum Beispiel an der Barmer Straße 26 bis 40a. Man stehe zwar noch am Anfang, aber die Genossenschaft sei dabei, das Quartier zu entwickeln. Ziel sei es, bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum zu schaffen. Wie das umgesetzt werden soll, stehe noch nicht fest. Auch an der Winterberger Straße gibt es Mietshäuser mit großem Leerstand. Wie es damit weiter geht, dazu gebe es noch keinen Beschluss, erklärt Erlenkötter.

Vier Wohnungen im Bestand der Genossenschaft sind im vergangenen Jahr im Rahmen der Unterbringung von Flüchtlingen genutzt worden. „Wir sind im engen Austausch mit der Stadt“, betont der Vorstandschef. Und: „Bei Bedarf könnten auch weitere vermietet werden, wenn der passende Wohnraum vorhanden ist. Wir stehen wie bisher auch zur Verfügung“, sagt Erlenkötter auch in Richtung Stadt und betont, dass diese Form der dezentralen Unterbringung im Sinne der Integration die Richtige sei.

Mit dem Jahr 2014 zufrieden

2014 war für die Genossenschaft ein besonderes Jahr. Nicht nur, weil die mittlerweile älteste Wohnungsgenossenschaft in Rheinland und Westfalen ihr 125-jähriges Bestehen feierte. Es ist auch das mit dem höchsten Jahresüberschuss, der je erwirtschaftet wurde. Er betrug rund 1,5 Millionen Euro. Ausgeschüttet wurden 4 Prozent Dividende, 1,126 Millionen flossen in die Rücklage. Und noch ein Wert, der Erlenkötter erfreut: Die Quote des Eigenkapitals konnte auf 22 Prozent erhöht werden. Zu Buche stehen jetzt 15,6 Millionen Euro. Damit sei die Ertragskraft und Kapitalstruktur gestärkt worden, wichtige Voraussetzungen, um weiter in die Zukunft investieren zu können.

EURE FAVORITEN