Mit Fackeln durch den dunklen Wald

Ina Blumenthal
Im Evangelischen Gemeindezentrum Berge fand die Gevelsberger Kirchennacht statt. Dazu gehörte auch eine Fackelwanderung.
Im Evangelischen Gemeindezentrum Berge fand die Gevelsberger Kirchennacht statt. Dazu gehörte auch eine Fackelwanderung.
Foto: WP

Gevelsberg.  Halloween, gruselig verkleidet um die Häuser ziehen und Süßigkeiten abstauben? Och nö. Nachdem erst rund 150 Menschen den Gesamtgottesdienst der Evangelischen Kirchengemeinde Gevelsberg im Berger Gemeindezentrum zum Reformationstag feierten, blieben fast 50 Kinder aus Ennepetal und Gevelsberg, um die Church Night zu feiern. „Wir sind hier, weil es cool ist“, sagen Leonie und Elea, die mit sieben und neun Jahren zu den jüngsten Besuchern der Nacht gehören.

Die Nacht durchmachen

Zu den Älteren gehören Nora, Benjamin und Brian mit 15 Jahren. Sie planen, diese Nacht durch zu machen. Auch das gehört dazu, wenn sich die jungen Leute der Gemeinde treffen. Reden, zusammensitzen und nur im Ausnahmefall in die Schlafsäcke, die ausgebreitet am Boden des Gemeindesaal liegen, kriechen.

Mit Nachtwanderung, Stockbrot und nächtlichem Kino im Gemeindesaal schuf die Evangelische Jugend Berge ein Kontrastprogramm.

Seit 2006 feiern junge Christen mit der Church-Night den Geburtstag der evangelischen Kirche an vielen Stätten in Deutschland und eben auch in Gevelsberg. Für Pfarrer Thomas Weber, der gemeinsam mit seinem Team der Jungschar, die Nacht in Berge organisiert, ist der Impuls, den Reformationstag und die Thesen Luthers auch für junge Menschen begreifbar zu machen, wichtig. „Am 31. Oktober soll die Wiederentdeckung der biblischen Botschaft gefeiert werden“, sagen die Veranstalter der Kirchennacht. „Hell. Wach. Evangelisch.“ ist seit der ersten ChurchNight vor acht Jahren die moderne Übersetzung der Reformthesen in die heutige Zeit.

Was Luther vor fast 500 Jahren elektrisierte, berührt Menschen auch heute. Im Gottesdienst, der den Titel „Mitmischen mit Mission“ trug, verdeutlichte Pfarrer Weber einmal mehr die Aktualität der Botschaft Luthers und der Bibel. „Jesus hat sich eingemischt, Luther hat sich eingemischt. Wir wollen Mut machen für unseren Glauben einzustehen. Jeder, egal wo und wie, ist aufgerufen, sich einzusetzen“, sagte Thomas Weber vor der Gesamtgemeinde. Dass auch das Lied „Eine feste Burg ist unser Gott“ bei einem Gottesdienst zur Feier des Reformationstages zum festen musikalischen Repertoire gehört, ist klar.

Für die Kinder gehört auch die Nachtwanderung mittlerweile fest zum Programm. Mit Fackeln leuchten die Jungen und Mädchen den Weg durch den Wald bis zum Lagerfeuer. Gemeinsam singen, essen und wieder zurück durch die Dunkelheit zum Gemeindezentrum laufen – auch das ist der Reformationstag.