Mehr als 300 Menschen in der Natur unterwegs

Bei hochsommerlichen Temperaturen war es wichtig, sich zu stärken. An den zahlreichen Verpflegungsstationen hatten die Wanderer, Läufer und Walker ausreichend Gelegenheit dazu.
Bei hochsommerlichen Temperaturen war es wichtig, sich zu stärken. An den zahlreichen Verpflegungsstationen hatten die Wanderer, Läufer und Walker ausreichend Gelegenheit dazu.
Foto: Angelika Trapp

Ennepetal.  Wolfgang Eichwede war genau elf Stunden und vier Minuten beim Bürgermeister Lauf- und Wandertag am Sonntag auf den Beinen. „Ich habe mich gewundert, dass wir so viele Bekloppte mit Stöcken gesehen haben“, sagte der Remscheider grinsend. Die Resonanz auf den sportlichen Tag rund um Ennepetal war riesig. Läufer, Walker und Wanderer: Alle hatten sich auf den Weg gemacht.

Auf dem insgesamt 56 Kilometer langen „Ennepetal Rundweg“ konnte man viel entdecken – nur kein „stilles Örtchen“. „Wie immer ist dafür die Natur vorgesehen. Es ist technisch nicht praktikabel, alle paar Kilometer ein Dixie-Häuschen aufzustellen“, betont der Mitorganisator des 9. Bürgermeisterwandertags, Jost Störring.

Die Sportler ließen sich davon nicht abhalten. Je nach Kondition konnten sie Teilstrecken zwischen 10 und 13 Kilometern wählen. „Die Beine merkt man schon“, sagten Thomas Wegner und Olaf Eilert, die mit einer Gruppe Walker und Wanderer nach zehn Stunden gegen 18 Uhr an der Heilenbecke ankamen. Mit bei der Veranstaltung war natürlich auch der Namensgeber der Veranstaltung, Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen, begleitet von einer Delegation Soldaten aus der belgischen Partnerstadt Vilvoorde, mit denen Wiggenhagen schon am Freitag zum „Einwandern“ rund 20 Kilometer, geführt von Jost Störring und Heinz Ehmann, zurück gelegt hatte. Oberstleutnant a.D. Chris de Waele zeigte sich begeistert von der Schönheit der Landschaft. Insgesamt habe man hier in Ennepetal in drei Tagen die gesamten 56 Kilometer zu Fuß zurückgelegt.

Jost Störring als „Besen-Mann“

„Den Sonnenaufgang in Beyenburg mitzuerleben – das war einmalig“, schwärmte Jost Störring. Auch die Bürgermeisterkandidatinnen Anita Schöneberg und Imke Heymann hatten die Wanderschuhe geschnürt. Klaus Oehm kam von Meier am Külchen an seinem „persönlichen Ziel“, dem Bahnhof an und stutzte, dass Ehefrau Dorothea schnurstracks an ihm vorbeilief – weiter bis Hasperbach.

Im Vorfeld hatten sich schon 132 Aktive angemeldet, davon 70 fürs Wandern, von denen wiederum 21 für die Gesamtstrecke von 56 Kilometern. Am Wandertag selbst kamen weitaus mehr Sportliche dazu, so dass insgesamt mehr 300 Wandersleute zu verzeichnen waren, was Jost Störring, Olaf Stutzenberger und das Orga-Team sehr freute. Störring ließ keinen der neun Wandertage bisher aus und war am Sonntag der „Besen-Mann“, der als Letzter ging und dafür sorgte, dass keiner zurückgelassen wurde.

Zentraler Veranstaltungsort war das Bremenstadion. Die Aktiven wurden zum jeweiligen Startpunkt der Teilstrecke befördert oder von dort wieder zurück zum Stadion gebracht. Zu den Stationen neben Heilenbecke und Bahnhof Ennepetal gehörten noch Meier am Külchen, Hasperbach am Ahlberg und Peddenöde, wo auch jeweils Rast eingelegt werden konnte.

Alpen zu Fuß überquert

Dort sorgten Verpflegungsstationen mit Müsli, frischem Obst und Getränken dafür, dass die Teilnehmer wieder zu Kräften kamen. So zum Beispiel am Bahnhof Ennepetal, wo Adriane Dulk und Elke Vering (Sportamt) sowie Carola Voß und Eva Abel von der Skigemeinschaft Kraftspender ausgaben. Die einzelnen Etappen wurden von ortskundigen Wanderführern begleitet. Im Einsatz war auch das DRK um Einsatzleiter Frank Nieselt.

Und da waren sie wieder, die lustigen „Williams-Brüder“, die sich die komplette Strecke vorgeknöpft hatten. Noch vor wenigen Tagen hatte „Williams-Bruder“ Willi Schauer, bekannt als Schwimmmeister im Platsch, Hannibal Konkurrenz machen wollen. Schauer hatte in sechs Tagen die Alpenüberquerung bewältigt, von Oberstdorf bis Meran. Immerhin 90 Kilometer. „Das ist heute hier ein Spaziergang für mich“, lachte Willi Schauer, gebürtiger Bayer.

Jost Störring: „Das gesamte Team ist zufrieden. Die Hitze hat uns natürlich zu schaffen gemacht. Aber alles hat bestens geklappt.“ Die Veranstaltung hatten die Stadt Ennepetal, die Sportfreunde, die Wandergruppe „Rund um Ennepetal“, die Skigemeinschaft und der TuS auf die Beine gestellt.

 
 

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