Massive Kritik am Verfahren Dreifeldsporthalle

Die Dreifeldsporthalle an der Milsper Straße geht ihrer Vollendung entgegen. Investor Ralf Stoffels hofft auf eine Inbetriebnahme bereits im Januar 2016. Bürgermeisterin Gabriele Grollmann nannte in der letzten Ratssitzung des Jahres als Termin für die Eröffnungsfeier dem 20. Februar 2016.
Die Dreifeldsporthalle an der Milsper Straße geht ihrer Vollendung entgegen. Investor Ralf Stoffels hofft auf eine Inbetriebnahme bereits im Januar 2016. Bürgermeisterin Gabriele Grollmann nannte in der letzten Ratssitzung des Jahres als Termin für die Eröffnungsfeier dem 20. Februar 2016.
Foto: WP

Schelm.  Das Rathaus an der Hauptstraße 14 wird in seinen letzten Jahren der Nutzung noch einen gläsernen Aufzug bekommen. Nach ausführlicher Diskussion sprach sie der Rat der Stadt Schwelm in seiner letzten Sitzung in diesem Jahr einstimmig für die Investition aus. Damit wird das Rathaus und somit auch der Ratssaal in der zweiten Etage auch wieder für Menschen mit Behinderungen erreichbar sein.

Die dafür nötige Investition von geschätzt 50 000 Euro rechnet sich bereits in zwei Jahren. Die Verwaltung hatte dargelegt, dass allein die ausgelagerten Sitzungen im Paket mit ca. 30 000 Euro im Jahr zu Buche schlagen. Positiver Nebeneffekt sei die Wertsteigerung des Gebäudes im Fall eines Verkaufs, so Thomas Striebeck, Leiter der städtischen Immobilienmanagements. „Und der Aufzug kann weiterverkauft werden, selbst wenn das Gebäude verkauft und abgerissen würde“, ergänzte Bürgermeisterin Gabriele Grollmann. Zurzeit wird am Gebäude die bei den Technischen Betrieben Schwelm zwischengelagerte alte Feuerschutztreppe der Pestalozzischule montiert. Damit ist der vom Brandschutzsachverständigen geforderte zweite Fluchtweg sichergestellt.

Dreifeldsporthalle

Die Ratssitzung nutzten Politik und die Verwaltung aber auch für eine Generalabrechnung über die neue Dreifeldsporthalle, die laut Bürgermeisterin Gabriele Grollmann im Februar 2016 in Betrieb gehen soll. Nicht das Projekt selbst wurde in Frage gestellt, eher der Weg dorthin und der vom Investor aufgebaute Zeitdruck, der der Stadt zusätzliche Kosten bescherte. Kämmerer Ralf Schweinsberg sprach von einer „deutlichen Brisanz“ der zu beschließenden Vorlage „Bewilligung von außerplanmäßigen Aufwendungen“. „Das ist der zwingende Versuch, Verfahrensfehler aus der Vergangenheit zu heilen. Wir haben angefangen zu bauen und laufen jetzt der Planung hinterher.“ In den Verträgen zwischen Stadt und Investor zur Errichtung einer neuen Dreifeldsporthalle an der Milsper Straße und in späteren Ergänzungsverhandlungen wurde u. a. vereinbart, dass die Stadt die Kosten für die energetische Ver- und Entsorgung des Baugrundstücks trägt. Zähneknirschend wurde mehrheitlich beschlossen, dafür 170 000 Euro freizugeben. Bereits im Vorfeld waren weitere 100 000 Euro für die Ausrüstung der Sporthalle mit LED-Beleuchtung bewilligt worden. „Wir müssen hieraus für das Projekt Zentralisierung der Verwaltung Lehren ziehen – erst planen und dann bauen“, so Schweinsberg.

Neues Rathaus

Die Zentralisierung der Verwaltung war auch Thema der Ratssitzung. Dahinter verbirgt sich die geplante Zusammenlegung der heute noch über das Stadtgebiet auf mehrere Gebäude verteilten Verwaltungsbereiche der Stadt Schwelm einschließlich Musikschule, Stadtbücherei und Volkshochschule unter ein Dach. Daraus hat die Stadt ein Einsparungspotenzial errechnet, das mit in die Konsolidierung des Haushaltes einfließen soll.

In einer Bürgerinformationsveranstaltung am 17. Dezember in der Hauptschule Hothausstraße über die Zentralisierung der Verwaltung sollen die beiden Varianten vorgestellt werden: Um- und Anbau an der bestehende Verwaltungsgebäude Hauptstraße 14 und Grundsanierung der Gustav-Heinemann-Schule und Umbau in ein neues Kultur- und Verwaltungszentrum. Danach muss die Politik Farbe bekennen und einen Entschluss fassen, wo denn das neue Rathaus einmal gebaut wird. Am 26. Januar 2016 erwartet die Bezirksregierung die Vorlage des Haushaltsplans.

 
 

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