Massenschlägerei trübt Kirmesbilanz

Stefan Scherer
Das Abschlussfeuerwerk ist zwar nicht mehr so opulent und wird niedriger abgeschossen, begeisterte die Zuschauer trotzdem.
Das Abschlussfeuerwerk ist zwar nicht mehr so opulent und wird niedriger abgeschossen, begeisterte die Zuschauer trotzdem.
Foto: Hartmut Breyer

Ennepetal.  Das Abschlussfeuerwerk, das nicht mehr so opulent und hoch abgeschossen wurde, erhielt zarten Applaus, und der Vorsitzende des Heimatvereins Voerde, Robert Dörnen zog am Mittwoch eine zufriedene Bilanz der Voerder Kirmes: „Von den Regenschauern abgesehen, haben wir wunderbar gefeiert. Viele unserer Verbesserungsmaßnahmen haben die gewünschte Wirkung gezeigt.“ Aber: Einen dunklen Schatten legte eine Horde Betrunkener über die Nacht auf Sonntag. Sie zettelten eine so große Schlägerei an, dass die Polizei Verstärkung aus Hagen und Wuppertal rufen musste.

Kaum Glasbruch dank Pfand

Doch das Positive zuerst. „Wir sind sehr glücklich“, sagt Robert Dörnen. Zwar hätten die Schauer den ein oder anderen vom Besuch abgehalten, aber über die gesamten Tage gesehen sei die Kirmes ein „gelungenes Fest mit einem schönen Abschluss gewesen.“ Besonders der Zug hat Dörnen beeindruckt. „Zu Beginn gab es zwar eine Lücke, aber es war wieder toll zu sehen, welche Mühe sich jeder gegeben hat“, sagt Dörnen, der hocherfreut darüber ist, wie viele Jubelnde die Straßen säumten.

Gewirkt habe auch das neu eingeführte Glaspfand. Der Glasbruch sei bis auf ein absolutes Minimum zurückgegangen. Die bestätigt Schaustellersprecher Andreas Alexius. Er und seine Kollegen sind mit den Umsätzen zufrieden, auch wenn sie bei schönerem Wetter schon mal mehr in Voerde verdient haben. Sie sind bereits weitergezogen, um nun in Haspe aufzubauen.

Lob für Security-Mitarbeiter

Neu war die deutlich höhere Präsenz der Security-Mitarbeiter. „Die Zusammenarbeit mit ihnen hat super funktioniert, sie sind sehr besonnen eingeschritten, wo sie gebraucht wurden“, lobt Polizeisprecher Dietmar Trust. So hätten sie eine aufkommende Schlägerei am Samstagabend verhindert, eine weitere im Anschluss auf der Lindenstraße sei glimpflich verlaufen. Um kurz nach Mitternacht kam es jedoch zu einer Situation, für die die Polizei aus dem EN-Kreis Verstärkung anfordern musste – eine Massenschlägerei vor dem Aldi. „Den ganzen Abend war die Stimmung bereits sehr aufgeheizt. Viele Heranwachsende und junge Erwachsene tranken Wodka direkt aus Flaschen und wurden immer aggressiver“, beschreibt Trust.

Polizei fordert Verstärkung an

Kurz nach Mitternacht eskalierte die Situation. Plötzlich tobte eine große Schlägerei auf dem Kirmesplatz. „Die Kollegen sahen sich einem stark alkoholisierten, aggressiven Mob gegenüber“, so Trust. Die drei Streifenwagenbesatzungen forderten Verstärkung an. Vier weitere Streifenwagen aus Hagen, drei aus Wuppertal sowie weitere zivile Kräfte waren notwendig, um die Situation zu beruhigen. Einen Mann nahm die Polizei in Gewahrsam. Abseits dieser Szene sei die Kirmes jedoch sehr friedlich gewesen, betont Trust. „So etwas gehört nicht auf die Kirmes. Wir werden sehen, dass wir das im nächsten Jahr vermeiden“, sagt Robert Dörnen. Die Schlägerei werde Teil der Nachbesprechung werden.

Auch sonst war die Polizei wenig gefordert, nahm am Dienstag jedoch noch einen 17-jährigen Ennepetaler fest. Der hatte gegen 0.05 Uhr von einem Bierstand an der Ecke Lindenstraße/Friedhofsweg eine Geldkassette mit den Tageseinnahmen gestohlen. Die Gruppe von vier Jugendlichen war vorher schon auffällig geworden, als sich der Junge in einem günstigen Moment die Geldkassette griff und flüchtete. Ein Zeuge erkannte den Betrunkenen an der Bushaltestelle Sonnenweg, die Polizei nahm ihn vorläufig fest und ermittelt noch.

Betrunkene Mädchen in Klinik

Aber, so betont die Polizei, „insgesamt war Alkohol kein bestimmendes Problem.“ Zwei 16- und 17-jährige Mädchen hätten alkoholbedingt ins Krankenhaus gemusst, was aber im Bereich des Normalen bei Veranstaltungen liege, bei denen mehrere tausend Menschen feiern.