Massage und schamanische Reise in Schwelm

Veronika Gregull

Schwelm.  Ein älterer Mann geht in einem Düsseldorfer Café auf eine 22-jährige Frau zu. Der Fremde ist ein Schamane, wie sich später herausstellt. Er spricht Carmen Baldes an: „Sie haben Kräfte, denen Sie sich noch nicht bewusst sind.“ Heute, zehn Jahre später, arbeitet Carmen Baldes tatsächlich als Schamanin. Seit Oktober hat sie ihre eigenen Räume in Schwelm eröffnet.

Neben schamanischen Behandlungen bietet die gelernte Wellness- und Massagetherapeutin dort auch sechs verschiedene Massagen an. Ob balinesische-, hawaiianische-, indische Kopf- und Nacken-, Honig-, Kräuterstempel-, „da ist für jeden etwas dabei“, sagt Carmen Baldes. Bei der entgiftenden Honigmassage werden beispielsweise die Reflexzonen am Rücken durch eine spezielle Pumptechnik stimuliert, der Stoffwechsel wird stark angeregt und das Immunsystem gestärkt. Blockaden oder Verspannungen können gelöst werden.

Ein Ort der Ruhe

„Meine Kunden sollen hier einen Ort der Ruhe finden, Kraft tanken und ausgeglichen in ihren Alltag zurückkehren können“, so die gebürtige Wuppertalerin. Ihren bisherigen Standort in Elberfeld hat sie aufgeben, „das war mir zu laut und zu unpersönlich.“ In Schwelm habe sie direkt herzliche und offene Menschen kennengelernt. Und überhaupt sei die Atmosphäre hier sehr friedlich und angenehm.

In den neuen Räumen am Kirchplatz können sich die Kunden einfach nur massieren lassen oder bei einer schamanischen Reise in ihr Unterbewusstsein abtauchen. Nachdem der Schamane die damals 22-Jährige angesprochen hatte, begann sich Carmen Baldes über Schamanismus zu informieren. Das beeindruckte die junge Frau so nachhaltig, dass sie eine einjährige Ausbildung zur Schamanin bei Mireille Demmer und Janice Rysanek in Düsseldorf absolvierte.

Die wiederum haben ihre Initiation der Inka-Tradition direkt in Peru bei Juan Nunez del Prado erhalten. „Ein guter Schamane erkennt, ob jemand die Begabung dafür hat“, sagt Carmen Baldes.

„Meine Ausbildung zur Schamanin und zur Wellness- und Massagetherapeutin ergänzen sich hier in Schwelm wunderbar und treffen zum Beispiel in der Energiemassage aufeinander.“ Das schamanische Weltbild geht davon aus, dass es neben der materiellen Welt auch eine Unsichtbare gibt, in die wir reisen können. Durch rhythmisches Trommeln erreicht sie einen veränderten Bewusstseinszustand, der sich auf dafür offene Kunden überträgt.

Sie gewinnen bei der Reise einen Einblick in die sogenannt Untere Welt, die auch für das Unterbewusstsein steht. „So können innere Blockaden, Traumata oder verdrängte Gefühle transformiert, das heißt aufgelöst werden. Wir verwenden so viel Energie auf Verdrängen“, sagt die 32-Jährige. Nach einer Behandlung stehe einem wieder mehr Energien zur Selbstheilung zur Verfügung. Doch auch stärkende und aufbauende Mittel, wie Krafttiere oder Werkzeuge bekommen Kunden laut Carmen Baldes in den Reisen mit, deren Kräfte sie dann im Alltag einsetzten können. Mit ihrer Begleitung können Kunden später dann auch in die obere Welt, die Welt der Versionen und der Ahnen, reisen. Starke Traumata sollten allerdings nur in Begleitung eines Psychotherapeuten behandelt werden. „Generell gehen wir nur in kleinen Schritten vor, so viel, wie die Seele verkraften kann“, betont Carmen Baldes. Durch ihre Energiearbeit unterstützt sie darin, auch selber Dinge in den verschiedenen Welten wahrzunehmen, um so auch in Zukunft sich selbst helfen zu können und dieses Wissen vielleicht sogar an die eigenen Kinder weiterzugeben. In Gevelsberg arbeitet Simone Kowalewski ebenfalls als Schamanin (wir berichteten). Für Carmen Baldes kein Problem, im Gegenteil: „Ich denke da nicht an Konkurrenz. Ich freue mich, wenn es viele Menschen gibt, die sich für Gesundheitsprävention einsetzen.“ Je mehr Menschen, die nach einer schamanischen Reise ihre Mitte gefunden haben, sich gut fühlen und das in die Welt hinaustragen, umso besser.