Marc Neumeister begeistert in seinem erstem Solo-Stück

Marc Neumeister, spielt das Ein - Personen - Stück von Bjarni Haukur Thorsson. Einziges Requisit ist ein Gymnastikball.
Marc Neumeister, spielt das Ein - Personen - Stück von Bjarni Haukur Thorsson. Einziges Requisit ist ein Gymnastikball.
Foto: WP
Beifall von 150 Premierengästen: Marc Neumeister, künstlerischer Leiter am Leo-Theater, wurde nach seiner Solo-Premiere frenetisch gefeiert.

Ennepetal.. Marc Neumeister und das Leo-Theater: Auf der Bühne im Haus Ennepetal hatte er am Freitag gerade die letzten Sätze gesprochen, da prasselte nur so der Beifall von knapp 150 Premierengästen. Wenig später wurde Neumeister, der künstlerische Leiter des „Leo“, im Foyer gefeiert. Auch Andre Bornhöft, der diesmal mit Neumeister die Regie führt und auch die Technik steuert, konnte großen Beifall genießen.

Freude und Fluchtgedanken

„Hi Dad! Hilfe. Endlich Papa“ heißt das Stück von Bjarni Haukur Thorsson (Island). Es ist ein Solostück, eine riesige Herausforderung für einen Schauspieler. Und Neumeister schafft es, 90 Minuten lang allein auf der Bühne mit einem Gymnastikball all das mit Mimik, Slapstick und herrlichen Texten darzustellen, wie es ist, Vater zu werden und zu sein.

Ängste, Fluchtgedanken, aber auch Glück und Vorfreude, all das bringt Marc Neumeister rüber, lässt das Publikum lachen und wenige Sekunden später nachdenklich werden. Langweilige Momente, triste Szenen und Texte, die gibt es nicht. Mütter und Väter aus dem Publikum sagten später bei der Premierenfeier: „Ja, so war es!“

Dabei fing alles ganz harmlos und voller Harmonie an. Auf der Leinwand sind Bilder eines verliebten Paares zu sehen, in der Stadt der Liebe, in Paris. Das Paar: Marc Neumeister und Steffi Bonhöft. Sie zählt auch zum Ensemble des Leo Theaters. Dann beginnt die One-Man-Show. Beim Rückflug aus Paris wird Neumeister Zeuge, wie Eltern mit Baby versuchen, ihre Reise zu meistern, wie sie immer auf der Hut sein müssen vor den Befindlichkeiten des Nachwuchses und schließlich genervt auf der Suche nach dringend benötigten Servietten sind. Köstlich und so realistisch.

Nach der Pause: Das Teststäbchen kündigt Nachwuchs an- und die Gefühle des werdenden Vaters fahren Achterbahn. Große Skepsis, Furcht und Freude wechseln sich ab. Marc Neumeister lässt im nächsten Augenblick Emotionen der Mutter freien Lauf und beschreibt später sogar ehrfürchtig und mit Erstaunen spielend das Werden des Kindes im Bauch der Frau. Der Zuschauer erlebt schließlich Atemübungen, einen Besuch beim Frauenarzt, und immer wird deutlich: Das Leben des Paares hat sich und wird sich noch verändern.

Großer Applaus

Neumeister erzählt, spielt Szenen und wirbelt auch mal über die Bühne, watscht so ganz nebenbei einige RTL 2-Sendungen ab. Als bei der Premiere plötzlich die Mikrofonübertragung aussetzt, braucht er nur wenige Sekunden und schon führte Neumeister mit lauter Stimme sein Spiel fort, sicher und gekonnt. Das Publikum dankt mit Beifall.

Als das Kind endlich zu Hause in der Wiege liegt, da stehen in Vielzahl Verwandte und Freunde auf der Matte. Strampler und Reinigungsbürstchen für Fläschchen horten sich in der Wohnung. Das Ende des Stücks kann hier ruhig verraten werden. Man sitzt wieder im Flugzeug. Jetzt ist Marc Neumeister als Vater auf der Suche nach dringend benötigten Servietten. Er sieht ein verliebtes, kinderloses Paar und stellt sich vor, was es noch vor sich hat: „Die armen Schweine!“ und spricht dann aber überwältigt von Glück, ja von einem großen Glück des Elternseins. Es war nicht nur das Happy End eines herrlichen Stückes und eines geglückten Theaterabends, es war auch ein äußerst erfolgreicher Abend für Marc Neumeister und das „Leo“.

 
 

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