Makellose Rückrunde katapultiert Ennepetaler in die Landesliga

Erndtebrück/Ennepetal..  Es ist vollbracht. Mit einem 3:0 (1:0)-Erfolg hat sich die TuS-U19 gestern den sofortigen Wiederaufstieg in die Landesliga gesichert. Im Fernduell gegen RW Hünsborn hatten die Klutertstädter die nötige Geduld, den schwierig zu spielenden TuS Erndtebrück in die Knie zu zwingen. Nach einer makellosen Rückrunde mit neun Siegen, zwei Unentschieden und ohne Niederlage dürfen die jungen Kicker aus Ennepetal die verdiente Bezirksliga-Meisterschaft feiern.

Meistertrainer geht von Bord

„Diese Jungs sind einfach der Wahnsinn. Sie haben sich diesen Titel und den Aufstieg absolut verdient“, gestand TuS-Trainer Marco Sadowski mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Der Meistertrainer machte mit seiner Elf gestern nicht nur den Aufstieg klar, er bestritt zeitgleich seine letzte Partie als U19-Trainer für den TuS. „Es war im Winter klar, dass ich nur für ein halbes Jahr kommen würde“, sagte Sadowski der anfügen musste, „damals war mir aber noch nicht klar wie sehr mir diese Jungs so schnell ans Herz wachsen würden.“

Zusammen mit Ennepetals Oberliga Kapitän Abdulah „Abi“ El Youbari hatte Sadowski im Januar die scheinbar unmögliche Aufgabe angenommen den damaligen Tabellenführer RW Hünsborn noch abzufangen. Zu diesem Zeitpunkt – dem elften Spieltag – hatte Hünsborn bereits sieben Punkte Vorsprung und galt als fast schon sicherer Meister in der A-Jugend Bezirksliga, Staffel 4. Doch während die bis dahin ungeschlagenen Sauerländer in der Rückrunde anfingen zu straucheln, wurde der TuS von Spiel zu Spiel stärker.

Schon beim 0:0 am 15. Spieltag im direkten Aufeinandertreffen war dem einstigen Ligaprimus anzumerken, dass er gegen die starken Ennepetaler nur auf Schadensbegrenzung aus war. RW spielte im eigenen Stadion auf Konter und gab sich mit einem 0:0 zufrieden, anstatt wie im Hinspiel - ein bemerkenswerter 4:1-Erfolg über den TuS - auf Sieg zu spielen. In den darauf folgenden Spielen ließ Rot-Weiß gleich zweimal Punkte und die Klutert-Elf zog am 17. Spieltag vorbei. „Von da an hatten wir es in der eigenen Hand, das setzte uns gleichermaßen unter Druck und gab uns Selbstvertrauen“, erinnert sich Sadowski.

Tabellenführung behauptet

Bis zum letzten Spieltag hat der TuS Ennepetal die Tabellenführung nicht mehr abgegeben. Und diese dank der Tore von Ilyas Kurnaz (33.), Alexander Hillenberg (69.) und Marco Schulte (90.) gestern ein letztes Mal erfolgreich verteidigt. Doch auch wenn der Sieg für die Meisterschaft noch einmal nötig war, entscheidend war das Heimspiel gegen den SC Listernohl-Windhausen-Lichtringhausen am 19. Spieltag.

Dort drehte die TuS-U19 einen 0:3-Rückstand zur Pause noch zu einem 3:3 und holte damit letztendlich den einen Punkt Vorsprung, der nun den Unterschied machte. „Die Moral, diese Einstellung und die Leidenschaft, die die Jungs in dem Spiel an den Tag gelegt haben, die haben nur wahre Meister“, schwärmt El Youbari von seinen Spielern, die möglicherweise einmal zusammen mit ihm in der Oberliga auflaufen könnten.

Bis dahin vergeht für viele Spieler allerdings noch mindestens ein Jahr, denn die A-Jugend besteht zu gut 80 Prozent aus Jungjahrgängen. Diese dürfen nun in der kommenden Spielzeit unter Dirk Werning in der Landesliga weiter für Furore sorgen und dann vielleicht irgendwann einmal neben ihrem Co-Trainer Abi auflaufen.

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