Logistikzentrum auf „Bahnhof Loh“

Auf dem Bahnhof Loh will DHL ein Logistikzentrum errichten.
Auf dem Bahnhof Loh will DHL ein Logistikzentrum errichten.
Foto: WP

Schwelm..  Die Deutsche Post DHL plant auf dem Gelände des ehemaligen „Bahnhofs Loh“ in Schwelm die Errichtung eines Logistikzentrums. Die sogenannte „mechanisierte Zustellbasis“ (MechZB) deckt die letzte Meile bis zum Kunden ab. Insgesamt sollen bundesweit einmal 120 MechZB entstehen, mit denen sich der gelbe Riese für das Wachstum im Online-Geschäft fit machen will. Wenn die Planungen Wirklichkeit werden, werden künftig von der Kreisstadt aus die Zusteller mit ihren Sprintern in die 84 abzudeckenden Zustellbezirke starten und die Pakete in die Haushalte bringen.

Das rund zehn Millionen Euro teure, 15 Meter hohe Logistikzentrum will die Kadans Real Estate GmbH mit Sitz in Aachen bauen und an DHL vermieten. Vertreter des Unternehmens stellten das Projekt in der jüngsten Sitzung des städtischen Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung (AUS) in Schwelm vor. Die Kadans-Gruppe plant, entwickelt, realisiert und finanziert seit vielen Jahren gewerbliche Immobilien.

Überraschende Entwicklung

Bürgermeister Jochen Stobbe sprach von einer „überraschenden Entwicklung“ für die Stadt Schwelm. Im Juli habe ihn die Grundstückseigentümerin, die Bahnflächenentwicklungsgesellschaft (BEG), über den neuen Sachverhalt informiert. Das Brachgelände am Loh längs der Rheinischen Straße hatte die Stadt einmal als Standort für den „Sportpark Loh“ mit einer Sporthalle und zwei Kunstrasenplätzen ausgeguckt. Die Pläne hatten sich im Frühjahr aus verschiedenen Gründen jedoch zerschlagen und wurden deshalb zu den Akten gelegt.

Nun ist eine schnelle Entscheidung angesagt. Thomas Lennertz, Geschäftsführer der BEG, sprach im städtischen Ausschuss von „einem kleinen Zeitfenster“. „Wir sind sehr weit in den Gesprächen und müssen kurzfristig Baurecht bekommen“, sagte er vor der Politik. Für die BEG sei es ein „Pionierobjekt zum Einstieg in die weitere Vermarktung der Fläche“, so Thomas Lennertz. Insgesamt benötigt die Realisierung des geplanten Logistikzentrums etwa ein Drittel der zur Verfügung stehenden Fläche. Lennertz erinnerte daran, das sein Unternehmen seit 2002 mehr 600.000 Euro an Landesmitteln in die Vermarktung des „Bahnhofs Loh“ gesteckt habe.

Der BEG-Geschäftsführer war in Begleitung von Sachverständigen nach Schwelm gekommen, die das Schallschutzgutachten und das Ergebnis der artenschutzrechtlichen Prüfung erläuterten. Die Kurzversion der Experten: Es gibt keine grundsätzlichen Bedenken gegen das Projekt.

Rheinische Straße „dicht“

Nachts wird die „mechanisierte Zustellbasis“ durchschnittlich von zwei bis drei Lkw pro Stunde angefahren, eine etwa vier Meter hohe Schallschutzwand wird die Wohnbebauung im Norden und Westen vor Lärmbelästigungen schützen. Einige Fragen der Politik (Anzahl der neuen Arbeitsplätze, Auswirkungen auf das Steueraufkommen der Stadt, usw.) blieben allerdings ungeklärt, weil kein Vertreter von DHL anwesend war.

Eines wurde allerdings auch klar: Falls das Logistikzentrum kommt, werden sich die Schwelmer von der Abkürzung Prinzenstraße/Hattinger Straße verabschieden müssen. Das Projekt kann nur gebaut werden, wenn das Teilstück der Rheinischen Straße zwischen Loher Straße und Prinzenstraße Firmengelände wird. FDP, SPD und Linke begrüßten die DHL-Pläne. Die CDU-Fraktion signalisierte noch Gesprächsbedarf. Der Stadtrat wird am 26. September über das Projekt entscheiden.

 
 

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