Literatur für die Seele erweitert Angebot in der Stadtbücherei

Marc-Andreas Edel, Lore Störring und Stephanie Kron (von links) bei der Vorstellung der „Seelen-Literatur“.
Marc-Andreas Edel, Lore Störring und Stephanie Kron (von links) bei der Vorstellung der „Seelen-Literatur“.
Foto: Christian Werth

Gevelsberg.  Der heilenden Kraft des Lesens kommt in der Stadtbücherei ab sofort eine noch stärkere Bedeutung zu. So hat die städtische Einrichtung in dieser Woche eine Angebotspalette an Seelen-Literatur bereitgestellt und will damit Hilfe zur Selbsthilfe anbieten.

Ratgebende Sachbücher

Büchereileiterin Stephanie Kron hat dazu ein separates Regal mit zunächst rund 20 Werken zu Bewältigungsstrategien und Prävention von psychischen Erkrankungen zusammengestellt. Zu den ratgebenden Sachbüchern gehören anerkannte Werke wie „Stress bewältigen mit Achtsamkeit“, „Ängste verstehen und überwinden“ oder „Der Weg aus dem Grübelkarrussel“. Auch Hörbücher gehören zum Potpourri.

Zudem findet sich auch eine kleine themenbezogene Auswahl an belletristischen Werken wie beispielsweise Bells „Seelenfinsternis - die Depressionen eines Psychiaters“. Hintergrund der neuen Seelen-Literatur ist eine Kooperation mit der hiesigen Fliedner-Klinik, die auf Initiative von Verwaltungskoordinatorin Lore Störring zustande gekommen ist. So hat die Tagesklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in der Stadtbücherei eine zentral gelegene Informationsniederlassung gefunden.

Fachliteratur besser zugänglich

„Viele unserer Patienten sind finanziell nicht so gut ausgestattet. Daher wollten wir Literatur, die wir empfehlen, besser zugänglich machen“, erklärt Chefarzt Marc-Andreas Edel, der die Literaturauswahl von Sach- und Romanbüchern selbst in die Hand genommen hat und in Zukunft um weitere Werke aufstocken will. Die Klinik verfügt zwar auch selbst über eine Ausleihmöglichkeit an ratgebenden Werken, doch ist diese Auswahl nur sehr begrenzt und deckt keinesfalls den großen Bedarf der Patienten ab.

Mit dem Angebot in der Stadtbücherei würden zudem auch ein jeder Bürger sowie auch bereits entlassene Patienten Zugriff auf die Literatur haben, begründet Edel die Wichtigkeit einer langfristigen Hilfslektüre. „Dies ist eine wichtige Ergänzung zur Therapie“, informiert der Chefarzt und gibt den empfohlenen Sachbüchern eindeutig den Vorzug vor Lehrbüchern, weil sie nicht so theoretisch seien und einen viel persönlicher ansprechen würden.

80 bis 90 Prozent der Fliedner-Patienten haben Depressionen, in vielen Fällen verbunden mit Angst- und Persönlichkeitsstörungen. Hierfür dienen die Ratgeberwerke zum Teil auch als Übungsbücher, um Strategien zur Bewältigung des Alltags zu vermitteln. Allerdings würde man stets auf den individuellen Hintergrund des Patienten schauen und dann ein konkretes Buch empfehlen, verrät Edel.

Auch Information für Angehörige

Zur Prävention diene indes insbesondere das Achtsamkeitsprinzip, das in der heutigen immer stressbetonteren Gesellschaft eine zunehmende Rolle spiele. Grade deshalb seien die Buchempfehlungen nicht nur für Patienten, sondern auch zur Prävention sowie zur Information von Angehörigen geeignet, weiß der Klinikleiter.

„Als Bibliothek in Bewegung ist das genau der richtige Weg, Hand in Hand mit der Fliedner-Klinik zu arbeiten und so auch Patienten den Weg in unsere Bücherei nahezulegen“, lobt Kron und weiß auch aus eigener Erfahrung von der heilenden Wirkung der Literatur zu berichten.

 
 

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