Landesregierung stoppt Ikea-Pläne

Die Landesregierung stoppt die Ikea-Pläne.
Die Landesregierung stoppt die Ikea-Pläne.
Foto: AP
Die NRW-Landesregierung hat der Stadt Wuppertal untersagt, weiter einen so genannten Homepark von Ikea an der Grenze zum Ennepe-Ruhr-Kreis zu planen.

Ennepe-Ruhr/Wuppertal..  Die NRW-Landesregierung hat der Stadt Wuppertal untersagt, weiter einen so genannten Homepark von Ikea an der Grenze zum Ennepe-Ruhr-Kreis zu planen. Eine entsprechende Untersagungsverfügung aus Düsseldorf sei eingegangen, erklärte Oberbürgermeister Peter Jung gestern in einer eilig einberufenen Pressekonferenz im Barmer Rathaus.

Arnim Brux, Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises, zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung: „Wir danken natürlich der Landesregierung, werden aber weiterhin wachsam sein, um die Geschäfte in den Ortskernen unserer Städte zu schützen.“ Denn: Wuppertal will das Kapitel Ikea mit der schlechten Nachricht aus der Staatskanzlei nicht abschließen: Es sei nicht die Frage ob, sondern wie Ikea nach Wuppertal kommt.

Streitpunkt sind die innenstadtrelevanten Angebote als Konkurrenz zu den Geschäften in den Stadtzentren. Ikea möchte um seinen Möbelverkauf auf dem jetzigen Gelände der Fertighausausstellung noch weitere Fachmärkte zum Beispiel für Sport- und Elektroartikel ansiedeln. Sie dürfen laut Landesentwicklungsprogramm nur einen Anteil von zehn Prozent haben. Was zu diesem Angebot zählt, hat das Land NRW aufgelistet.

Danach käme zwar Ikea unter die Grenze, aber der Rat der Stadt Wuppertal hat sich selbst in der Vergangenheit ein Bein gestellt, über das er jetzt stolpert. Er verabschiedete eine eigene Liste und im Vergleich damit liegt Ikea über zehn Prozent der aufgezählten Artikel. Das Land beharrt nun darauf, sich nach der Wuppertaler Liste zu richten, die Stadt will aber die Landesliste gelten lassen, um den Elch von Ikea vom Eis zu bekommen.

Wuppertaler Oberbürgermeister Jung zeigte sich gestern trotz der schlechten Nachrichten kämpferisch. Er sprach von einer Hürde, die zwar nicht „ganz einfach zu nehmen ist“, aber nicht das Ende der Pläne bedeute: „Die Wuppertalerinnen und Wuppertaler wollen Ikea.“ Damit sie die Bausatz-Möbel auch in der eigenen Stadt bekommen können, prüft die Verwaltung zwei Möglichkeiten. Der eine Weg wäre eine Klage. Jung droht unverhohlen in Richtung Düsseldorf, dass damit das gesamte Landesentwicklungsprogramm von den Richtern gekippt werden könnte und dann Tor und Tür für die Ansiedlung von Märkten auf der grünen Wiese im gesamten Land geöffnet werden. Die zweite Möglichkeit sei, einen neuen Bebauungsplan aufzustellen, in dem bereits die Selbstbeschränkungen von Ikea berücksichtigt sind. Das „unmögliche Möbelhaus aus Schweden“ beabsichtigt inzwischen nur noch 4475 Quadratmeter Verkaufsfläche mit einem zentrenrelavanten Angebot zu bauen. In den ersten Plänen sollte allein ein Elektromarkt auf 10 000 Quadratmetern entstehen.

Jung sieht deshalb eine Benachteiligung seiner Stadt gegenüber dem Ruhrgebiet. Dort dürfe Bochum den Ruhr-Park auf der grünen Wiese erheblich erweitern und Möbel Höffner ein Einrichtungshaus mit 50 000 Quadratmetern in Duisburg errichten, ohne dass in der Landesregierung ein mahnenden Finger erhoben werde. Das sei eine durchsichtige Politik.

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