Kulturgemeinde bietet Einblicke in die Welt der Geheimdienste

Ennepetal..  „Abhören von Freunden, das geht gar nicht“, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert, als die NSA-Enthüllungen des Edward Snowden publik wurden. „Das ist seit Jahrhunderten die Praxis aller Geheimdienste“, erwidert und beweist Prof. Dr. Wolfgang Krieger (Gießen) am Freitag, 24. April, bei der Kulturgemeinde. „Mata Hari, Günter Guillaume, NSA… Ein Blick in die Geschichte der Geheimdienste“ ist das Thema seines Vortrags.

Frage nach der Existenzberechtigung

So ist schon aus dem alten China der Satz überliefert: „Es gilt als primitiv, sich bei Militäraktionen nicht der Spionage zu bedienen.“ Die Techniken sind heute natürlich andere, vor allem werden viel mehr Daten erfasst und verarbeitet. Das Prinzip der Geheimdienste aber ist stets gleich geblieben. Das Bedürfnis der Mächtigen dieser Welt, ihre vermeintlichen oder tatsächlichen Gegner im In- und Ausland auszuspähen, um strategische Vorteile zu erlangen, besteht seit den Frühen Hochkulturen bis in unsere Tage. Welche Methoden eingesetzt wurden, welche Geheimdienste es gab, welche spektakulären Aktionen auf ihr Konto gingen und welche Namen auf immer damit verbunden bleiben, wird Prof. Krieger berichten. Zudem wird er Antworten auf die grundsätzliche Frage nach der Existenzberechtigung der Nachrichtendienste geben.

Prof. Dr. Wolfgang Krieger war Fellow in Harvard und Oxford und lehrte von 1995 bis 2013 Neuere Geschichte und Geschichte der internationalen Beziehungen an der Philipps-Universität Marburg. Er gehört zu den besten Kennern internationaler Geheimdienste und ihrer Arbeitsweisen. Nicht zuletzt deswegen wurde er im Jahre 2011 in die Historikerkommission für die Aufarbeitung der Geschichte des BND berufen.

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