Kontra für den „Platzhirsch“ René Röspel

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Ennepetal..  Die Journalistin Dr. Petra Kappe hatte bei der Diskussion mit Bundestagskandidaten gerade die erste Runde eingeläutet und den SPD-Bundestagsabgeordneten und Kandidaten Rene` Röspel das Mikrofon übergeben, da schmunzelte auch schon das zahlreiche Publikum in der Voerder „Rosine“. Röspel wurde immer kleiner, sein Stuhl gab nach - war defekt. Kein Problem für ihn: Rene Röspel war der „Platzhirsch“, der einzige auf dem Podium für die Wahl am 22. September mit langjähriger Bundestagserfahrung. Bis ein Ersatz-Stuhl herbei geschafft wurde, reparierte der Abgeordnete seinen Sitz auf dem Podium. Symbolik? Wie man will, Röspel möchte nämlich die Politik von CDU/CSU und FDP repariert wissen.

Petra Kappe achtet auf die Zeit

In der Veranstaltung des sozialen Vereins „Der Blumenstrauß“ gab es natürlich kontra für Röspel von der CDU-Bewerberin Cemile Giousouf, die höflich und lächelnd verkündete: „Alle Umfragen zeigen doch, wie gut die Politik der Bundesregierung und wie hoch das Ansehen der Bundeskanzlerin ist!“ Moderatorin Petra Kappe achtete sorgfältig darauf, dass alle Kandidaten gleich viel Zeit hatten, und Gott sei Dank so wenig, um Parteiprogramme vorlesen zu können. Es gab keine persönlichen Angriffe, man ging sehr höflich miteinander um.

Steuererhöhung für Reiche

Da waren noch Maja Tiegs von den „Piraten“, Katrin Helling-Olahr von der FDP sowie Frank Steinwender (Die Grünen) und Thomas Schock (Die Linke). Auffallend, dass Schock und Steinwender übereinstimmend von einer „Umverteilung“ sprachen und Steuererhöhung für „wirklich Reiche“ für notwendig halten. SPD-Mann Röspel sagte zum Thema: „Wir sagen ehrlich, dass wir Steuern erhöhen wollen. Wer 12000 Euro im Monat verdient, zahlt nach unseren Plänen 4 Euro mehr an Steuern.“ Das Geld benötige man dringend, u. a. für Bildungsmaßnahmen. Übrigens: Für bessere Bildungsmöglichkeiten für alle Menschen traten alle auf dem Podium ein. Unterschied: CDU und FDP wollen keine Steuern erhöhen. „Das vernichtet nur Arbeitsplätze“. Für FDP-Kandidatin Katrin Helling-Olahr steht der Schuldenabbau an erster Stelle. Sie betrachte auch kritisch die Wahlversprechungen des Koalitionspartners CDU.

Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen sorgte sich in seiner Frage um die kommunalen Finanzen, die erste stellvertretende Bürgermeisterin Anita Schöneberg um die Kinderbetreuung. Zu Hause oder in der Kita? Das Betreuungsgeld wurde zum Reizthema auch im Publikum, bei dem die CDU-Bewerberin auf dem Podium wohl Einsamkeit spürte.

Noch wichtige Aussagen: Thomas Schock (Die Linke) möchte so schnell wie möglich alle Soldaten aus dem Ausland nach Hause holen und Schluss machen mit Mini-Jobs und Zeitarbeit. Mindestlöhne wollen SPD und Grüne, die CDU möchte eine Lohnuntergrenze, ausgehandelt von Arbeitgebern und Gewerkschaften. Ziel der Piraten sei ein bedingungsloses Grundeinkommen, so Maja Tiegs.

Röspel spricht Ennepetaler an

Der Bundestagsabgeordnete Röspel sprach direkt die Ennepetaler an. „Wenn sie jetzt im Bad Platsch ein Blockheizkraftwerk haben, finanziert vom Konjunkturprogramm II der Bundesregierung, haben das Sozialdemokraten im Bundesrat in langen Verhandlungen möglich gemacht!“ Diese Aussage reizte den Ennepetaler Stadtrat Stefan Mayer- Stoye (Grüne) zu dem freundlichen Zwischenruf: „Und wir haben das Projekt für Ennepetal beantragt!“

Zur Veranstaltung begrüßte der 2. Vorsitzende des Vereins „Der Blumenstrauß“, Stefan Reich, die Gäste. Vorsitzender Manfred Michalko erläuterte die sozialen Ziele des Vereins (Hilfe für Not leidende Menschen in Ennepetal).hjs

 
 

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