Kindertheater in der zweiten Generation

Klaus Bröking

Gevelsberg.  Wenn man als Kind ein Hobby ergreift und mit ihm erwachsen wird, dann muss es schon eine große Liebe sein. Zum Beispiel die Liebe zum Theater. Paula Asbeck, Katharina Hammes und Mathes Solmecke haben vor acht Jahren damit begonnen, im Gevelsberger Filmriss-Theater auf der Bühne zu stehen. Inzwischen ist das Trio aus den Kinderrollen heraus gewachsen. Dem Theater sind sie aber treu geblieben: Nun bringen die drei Regisseure der nächsten Generation bei, wie viel Spaß es macht, sich im Scheinwerferlicht vor einem Publikum zu bewegen.

„Hinter der Bühne macht es genauso viel Spaß wie darauf“, versichert Paula Asbeck dann auch im Gespräch mit unserer Zeitung. Zehn Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren gehören zu ihrem Ensemble. „Wir haben eine sehr lebhafte Gruppe“, sagt sie. Und das kann man sehen und vor allen Dingen auch hören. Dabei verspricht der Titel des Stück eigentlich eher etwas Ruhe. „Nachts auf dem Friedhof“ soll der Lärm eher gering sein. „Mit diesem Theaterstück haben wir vor acht Jahren auch begonnen“, verrät Paula Asbeck.

Und es sei schon eine Herausforderung, den Spaß am Theater weiterzugeben, den man selbst damals hatte. Das Buch für die Inszenierung stammt von den damaligen Betreuern des Filmriss-Ensembles, Sophie Beckel und Mike Strehl, in deren Fußstapfen sie nun gestiegen sind.

Unter den zehn Gevelsberger Nachwuchsschauspielern sind neun Mädchen und ein Junge. Deshalb müssen – so will es die Geschichte – zwei Mädels in Männerrollen schlüpfen. Jungs werden also dringend gesucht.

Ein Jahr lang geprobt

Bei „Nachts auf dem Friedhof“ geht es um eine ganz besondere Klassenfahrt.

Die Jugendherberge ist eine Bruchbude, plötzlich taucht eine Tasche mit Falschgeld auf und die Lehrer sind spurlos verschwunden. Die Suche nach dem erwachsenen Begleitpersonal führt die Kinder schließlich nachts auf den Friedhof.

„Wir hoffen, dass wir den Mädchen und Jungen genauso viel Spaß vermitteln können, wie wir ihn früher hatten“, wünscht sich Paula Asbeck. Die Nachwuchs-Zuschauer sind sozusagen durch Mund-zu-Mund-Propaganda auf das Angebot im Filmriss aufmerksam geworden, haben ihre Freunde mitgebracht. Natürlich wird nicht nur dauernd auf der Bühne gestanden: „Wir machen auch Spiele und haben ein Probenwochenende, bei dem wir auch im Filmriss übernachten.“ Und dabei wird vielleicht ein Gefühl dafür aufkommen, wie gruselig es nachts auf dem Friedhof ist.

Insgesamt ein Jahr lang haben die Proben gedauert. Fast alle sind bei der Stange geblieben. Nur ein Mädchen hat in der Zeit die Theatertruppe verlassen müssen, weil sie mit ihren Eltern weggezogen ist. Das spricht dafür, wie sehr es den Schauspielern Spaß machen muss. Und natürlich fiebern alle dem Augenblick entgegen, wenn sie zum ersten Mal vor einem großen Publikum stehen werden.

Nach der Premiere von „Nachts auf dem Friedhof“ am 18. März soll schon das nächste Stück ausgewählt werden, das im Filmriss eingeübt werden kann. Wer mitmachen möchte, der ist in der munteren Truppe herzlich willkommen. Für die Betreuung der Jungschauspieler wird eine Gebühr von 6,50 Euro erhoben.