Kinderschänder brutal verprügelt

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Gevelsberg..  Erst war es am Nachmittag des 16. Juni ein harmonisches Gelage zweier Gevelsberger (30 und 53 Jahre alt) in einer Gartenanlage an der Straße „Im Himmel“. Man frönte Bier, Eierlikör und Sambuca. Dann wurde es brutal.

Zunächst kam es zu einem verbalem Streit, später prügelte der Jüngere den Gartenbesitzer bis zur Ohnmacht, so dass der mit Schädelprellung, Kopfrisswunde und Rippenprellungen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Der Schläger nutze die Situation aus und stahl dem hilflosen 53-Jährigen Uhr und Handy.

Unter Alkohol und Drogen

Wegen gefährlicher Körperverletzung und Diebstahls unter Ausnutzung der Hilflosigkeit seines Opfers musste sich der 30-Jährige jetzt vor dem Schwelmer Strafgericht verantworten.

Der Beschuldigte gab die Taten vor Gericht zu. Allerdings wolle er die Hintergründe für seinen „Ausraster“, wie er sagte, erklären. Im Verlauf des Nachmittags habe er Tätowierungen auf den Armen des Gastgebers entdeckt, die eindeutig auf einen Gefängnisaufenthalt gedeutet hätten. Das konnte der Angeklagte ziemlich gut beurteilen, weil er selbst bereits zwei Jahre unter anderem wegen räuberischen Diebstahls in der JVA Werl abgesessen hat und unter Führungsaufsicht steht.

„Er sagte mir, er habe neun Jahre gesessen. Wegen Vergewaltigung einer 12-Jährigen. Als er dann erwähnte, dass er heute noch auf Kinder stehe, brannten bei mir die Sicherungen durch.“ Unter Haschisch- und Alkoholeinfluss – beide hatte zwei Promille intus – habe er zunächst einen Gartenstuhl genommen und auf den Älteren eingedroschen und dann zugeschlagen. Als dieser bewusstlos war, habe er vom Gartentisch dessen Handy und Uhr genommen und sei geflohen.

Das Einzige, was für den 30-Jährigen sprach, war der Bericht seines Bewährungshelfers. Er sei mittlerweile nach Duisburg gezogen, habe dort eine feste Partnerin und ein wenige Monate altes Kind. Unterm Strich: positive Sozialprognose.

Der 30-Jährige wurde vom Schwelmer Strafgericht lediglich zu 27 Monaten Bewährungsstrafe verurteilt und muss als Auflage an einem Anti-Aggressions-Training teilnehmen.

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