Kinder lernen mit und durch ihre Bewegungen

Jede Menge spielerische Bewegung haben die Kinder im Familienzentrum Silschede.
Jede Menge spielerische Bewegung haben die Kinder im Familienzentrum Silschede.
Foto: Jacqueline Stork

Gevelsberg..  Aufgeregt laufen die Ein- bis Zweijährigen durch das helle Dachbodenzimmer des Familienzentrums Silschede der Arbeiterwohlfahrt (AWo). Überall gibt es in dem modernen Gymnastik- und Turnzimmer für die Kleinen etwas zu entdecken: ein Bällebad, einen kleinen Spieltunnel, eine Rutsche und andere Geräte, die die Aufmerksamkeit der Kinder fordern.

„Bewegtes Lernen“ nennt sich dieses Konzept, das Claudia Diefenbach eigens für ein- bis zweijährige Kinder entwickelt hat. „Schiefe Ebenen, wackelige Untergründe – Kinder lernen durch Bewegung“, erklärt die staatlich anerkannte Gymnastiklehrerin das Konzept.

In dieser besonderen Kinderturn- und spielgruppe sollen die Kleinen schon früh Spaß an Bewegung bekommen. Das Konzept trainiert dabei die Basissinne der Kinder und fördert ihre motorische Entwicklung. Den zehn Jungen und Mädchen im Kurs ist das allerdings egal, sie haben gemeinsam mit ihren Eltern Spaß und entdecken neue Dinge.

Nicht selten werden dabei Dinge kurzerhand umfunktioniert. So wird ein kleiner Korb plötzlich zu einem Schuh, eine Rassel zu einem Ohrring. „Es ist erstaunlich, wie Kinder bestimmt Gegenstände verwenden und diese erkunden“, sagt Claudia Diefenbach. Im ersten Kurs von ihr machten gerade einmal sechs Kinder mit, mittlerweile sind es schon zehn. Außerdem gibt es eine Warteliste.

„Weil auch der Bedarf in den Nachbarstädten groß ist, helfen mir inzwischen viele qualifizierte Kursleiter. So übernahm Nina Kessler den Kurs im AWo-Familienzentrum in Silschede. Sie hat selbst mit ihrer inzwischen 18 Monate alten Tochter einen Kurs bei Claudia Diefenbach absolviert und war begeistert.

„Hier haben wir Geräte, die für das Alter entsprechend sind, das gibt es in vielen Turnhallen nicht“, erklärt Kessler. Sie ist begeistert von der Entwicklung ihrer Tochter: „Sie ist viel selbstsicherer geworden und die Motorik hat sich stark verbessert.“ Nina Kessler leitet den Kurs liebevoll, hat ein offenes Ohr für die Sorgen der Eltern und lässt jede Stunde für die Kleinen zu etwas besonderem werden.

Erst einmal wird gesungen

So wird zu Beginn jeder Kursstunde gemeinsam gesungen. „Wenn ein Kind beispielsweise das Wort hüpfen singt und gleichzeitig dabei gehüpft wird, ist der Lernerfolg viel größer“, weiß Nina Kessler. Julia Baumeister, Leiterin des Familienzentrums, ist auch von dem Konzept begeistert. „Wir haben mit diesem Kurs einen für die Kinder überschaubaren Raum geschaffen, das gibt ihnen Sicherheit“, erklärt Baumeister.

Eine Überforderung oder Reizüberflutung soll auch durch die kleine Gruppengröße vermieden werden. „Außerdem schließt es eine Angebotslücke, die in unserem Stadtteil bestanden hat“, ist sich Julia Baumeister sicher. Zusätzlich werden im AWo-Familienzentrum ein Selbstverteidigungskurs für Kinder sowie ein Kurs für Wirbelsäulengymnastik angeboten. Ein zweiter Kurs für bewegtes Lernen soll nach den Osterferien starten.

 
 

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