Kathy Kelly überzeugt als Gast der Flying Vocals

Kraftvolle Töne: Den stärksten Ausdruck kann Kathy Kelle mit der Bruststimme in mittleren bis tieferen Lagen erreichen.
Kraftvolle Töne: Den stärksten Ausdruck kann Kathy Kelle mit der Bruststimme in mittleren bis tieferen Lagen erreichen.
Foto: Veronika Pantel
  • Mitglied der berühmten Kelly-Familie wieder zu Gast in Gevelsberg
  • Umjubeltes Konzert mit den Flying Vocals in der Erlöserkirche
  • Konzert zieht auch Zuschauer aus den Nachbarstädten an

Gevelsberg..  Kathy Kelly und die Flying Vocals – das scheint ein Erfolgsrezept zu werden. Bereits zum dritten Mal gastierten die Solistin und der Chor in Gevelsberg. Dieses Mal in der voll besetzten Erlöserkirche, in deren Umkreis die Parkplätze am Samstagabend knapp wurden.

Denn alle Besucher, viele auch aus den umliegenden Städten, wollten sie hören, die 53-Jährige mit der raumfüllenden Stimme und die 14 Damen und vier Herren vom Chor mit dem breit gefächerten Repertoire. Der bestritt die erste Programmhälfte, mit Pop-Songs und bekannten Gospels, wie „Open the eyes of my heart“ oder das von Leonard Cohen im Gospel-Stil geschriebene „Hallelujah“, wo auch einige Damen bewiesen, dass sie in Tenor-Lage und noch tiefer singen können. Von Gitarre, Drums und zwei Keyboards begleitet, entwickelten die Sänger satten Chorklang, denn alle trauen sich, zu singen und sich zu bewegen und folgten dem jungen Dirigenten Fabian Stumpf bestens. Vom a-cappella-Gesang, also dem unbegleiteten Singen, hätte man gerne mehr gehört.

Starke Bruststimme

Denn auch Kathy Kelly verließ sich nicht allein auf ihre Stimme: Mit Akkordeon, Gitarre und Geige begleitete sie sich selbst und konnte auf das professionelle Spiel an den Tasten von Dirk Benner aus Niedersprockhövel vertrauen. Kein Wunder, dass ihr Song-Mix Lieder aus Amerika, Irland, Spanien und in deutscher Sprache enthielt: Die Sängerin, drittältestes der zwölf Kinder der bekannten Kelly-Family mit irischen Wurzeln, wurde in den USA geboren und verbrachte viele Jahre ihrer Kindheit in Spanien. Die spanische Folklore hat es ihr angetan und ihr Gitarrenspiel kann die Flamenco-Schule nicht verleugnen.

Bei den irischen Traditionals, natürlich mit der Fiddle begleitet, forderte sie zum Mitklatschen auf. Das ließ sich das Publikum nicht zweimal sagen. Leider dominierte die Klatsch-Parade auch viele andere Stücke und überlagerte dann Stimme und Instrumente. Am besten konnte Kathy Kelly ihre Stimme in den nur vom Piano begleiteten Balladen entfalten. Dann wechselte sie virtuos die Register und forcierte die Kopfstimme nicht in der Höhe und bei Sopran-Spitzentönen. Denn den stärksten Ausdruck kann sie mit der Bruststimme in mittleren bis tieferen Lagen erreichen.

Nach der Pause gehörte die Bühne wieder den Flying Vocals, die sich auch an südländische Folklore wagten, die raschen Rhythmus- und Taktwechsel aber noch länger üben sollten. Ganz sicher dagegen gelang das Pop-Song-Medley, und nicht nur hier wagten sich einige Chor-Solisten auch an Solo-Rollen.

Endlich dann der gemeinsame, viel beklatschte und vom Publikum im Stehen gewürdigte Auftritt von Chor und Solistin: „Swing Low Sweet Chariot“ oder das irische Segenslied „Möge die Straße uns zusammenführen“ konnten viele mitsingen. Und bei „Knockn‘ On Heaven’s Door“ bewies Chorleiter Fabian Stumpf, dass er nicht nur dirigieren, sondern auch gut singen kann. Erst das besinnliche Brahms´sche Wiegenlied „Guten Abend, gute Nacht“ holte das aufgeheizte Publikum wieder runter und entließ es zufrieden in den Abend.

 
 

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