Katholische Propstei St. Marien steht vor Veränderungen

Schwelm.  Zu einer Klausurtagung trafen sich im Rahmen des Pfarrei-Entwicklungsprozesses die Mitglieder der Arbeitsgruppen der katholischen Propstei. Mit Spannung erwartet, stellten sie ihre Arbeitsergebnisse zu einer Neuaufstellung der Pfarrei vor. Diese umfasst im Wesentlichen die Städte Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal. Neben kritischen und kontroversen Aspekten wurde dennoch das große, gemeinsame Engagement für die Menschen der Region und Fragen des Glaubens deutlich. Einig waren sich z.B. die Arbeitsgruppen darüber, dass es auch in Zukunft ohne hauptamtliches Personal nicht gehen kann.

Verlässliche Ansprechpartner

So betonte die „Arbeitsgruppe Jugend“ die Notwendigkeit von festen und verlässlichen Ansprechpartnern für die Jugendgruppen. Aber auch eigene, selbst verantwortete und gut erreichbare Räume bleiben wichtig. Die „Arbeitsgruppe Kommunikation“ plädierte unter anderem für eine Stelle, die sich – vergleichbar mit dem Pressereferenten des evangelischen Kirchenkreises – professionell um Homepage, Pressearbeit und Veröffentlichungen kümmern kann. Dabei scheint es, dass zukünftig den Online-Medien mehr Bedeutung, als den Veröffentlichungen auf Papier und Schaukästen zukommt. In der „Arbeitsgruppe Glauben feiern/Gemeinschaft leben“ ging es auch um die Orte, an denen sich katholische Kirche in Zukunft treffen kann. Die Idee zu einer Art „Weltkirchenzentrum“ an einem Ort konnten sich jedoch nicht alle gut vorstellen. Die Realisierung sähe vor, der Italienischen Gemeinde in Gevelsberg, der Kroatischen Gemeinde aus Ennepetal, aber auch zum Beispiel indischen, polnischen und deutschsprachigen Christen für ihre Gebete und Treffen eine Heimat unter einem Dach zu geben.

30 Prozent Kosteneinsparungen

Eine vierte Arbeitsgruppe „Vernetzung im Sozialraum“ hob die schon bisher guten Kontakte zu kirchlichen, sozialen und kommunalen Partnern hervor. Pfarreiintern fehlen aber oft Informationen, klare Ansprechpartner und ein Gefühl für die Gemeinschaft der Pfarrei.

In der Weiterarbeit werden nun die Ergebnisse als Grundstock für einen neuen Pastoralplan der Propstei gesichtet. Eine weitere Arbeitsgruppe wird daraus die neue Gebäude- und Finanzstruktur erarbeiten.

Denn anders als in den Nachbarbistümern Köln, Paderborn und Münster ist der Haushalt des Bistums Essen sehr eng. 30 Prozent der Kosten müssen in der Propstei St. Marien bis 2030 eingespart werden. Wie das gehen kann, darauf hatten auch die rund 40 Teilnehmer der Klausurtagung noch keine abschließenden Antworten. So stehen jetzt viele Gespräche mit den Partnern der katholischen Kirche an. Auch die Gemeinden selbst werden immer wieder befragt und eingebunden werden. „Reden ist Gold!“ lautet der Titel passend dazu über dem ganzen Prozessverlauf. Dabei könnte die Zeit knapp werden. Ende 2017 will Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck ein Ergebnis auf dem Tisch liegen haben.

 
 

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