Kampf um Schulsozialarbeiter gewonnen

Schülersprecher Robin Heringer, Schulpflegschafts-Vorsitzende Heidrun Liedtke, Schulleiterin Katharina Vogt und Hauptschul-Konrektor Lothar Schwarzer halten
Schülersprecher Robin Heringer, Schulpflegschafts-Vorsitzende Heidrun Liedtke, Schulleiterin Katharina Vogt und Hauptschul-Konrektor Lothar Schwarzer halten
Foto: Christian Werth

Schwelm..  Als zahlreiche Eltern, Lehrer und Schüler am Dienstagabend im Märkischen Gymnasium zu einer außerordentlichen Schulpflegschaftssitzung zusammenkamen, wussten sie noch nicht, dass einen Tag später genau das geschehen ist, wofür sie kämpfen: die Verlängerung der Finanzierung der Schulsozialarbeit.

Bisher wurden die Schulsozialarbeiter aus Mitteln des Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes finanziert. Doch die Förderung läuft aus. Gestern kam dann die gute Nachricht aus Düsseldorf. Bis 2017 wird das Land die zusätzlichen Kräfte an den Schulen zu einem Großteil weiterfinanzieren. Aber auch die Kommunen sind in der Pflicht.

Trotzdem: Eine große Hilfe für die Städte, denn alleine, so wurde im Märkischen Gymnasium deutlich, könne eine Stadt die Kosten nicht stemmen. Das erklärten auch die anwesenden Politiker.

„Wo nichts ist, ist nichts“, gab SPD-Fraktionsvorsitzender Gerd Philipp unmissverständlich zu verstehen und ergänzte, dass es sich hier um eine freiwillige Präventionsleistung handele, die nicht komplett übernommen werden könne und der Stadt in dieser Sache die Hände gebunden seien.

Die Schulsozialarbeit als wichtig betrachteten alle anwesenden Politiker. „Die-Bürger-Vertreterin“ Johanna Burbulla stellte zudem klar, dass nicht die Stadt Schwelm Mittel streiche, sondern schlichtweg die Förderung wegfalle. Zumindest war das der Stand bis Dienstagabend.

„Immerhin ist es uns durch Streckung der Mittel gelungen, dass es noch bis Mitte nächsten Jahres weitergeht“, erklärte Burbulla und betont, dass die Schwelmer Politik ebenfalls das Thema wichtig ist und schon länger nach Lösungen suchte, die Schulsozialarbeit weiter zu führen. Einen Hoffnungsschimmer, dass der Kreis die Kosten womöglich übernehmen könne, konnte zudem FDP-Fraktionsvorsitzender Michael Schwunk geben.

„Diese Möglichkeit ist angeregt worden und wird im Kreistag geprüft werden. Der FDP-Vertreter verwies aber auf andere Städte, die die Übernahme des Schulsozialdiensts trotz finanzieller Probleme selbst finanzierten. Dies sei unter anderem in Hattingen und Wuppertal der Fall.

„Wir müssen kreativ sein, um eine Lösung zu finden, eventuell auch durch eine Teilübernahme durch Spenden“, sagte Schulleiterin Katharina Vogt. Während Schülersprecher Robin Heringer Sozialarbeiterin Regulski als „unabhängige Vertrauensperson“ bezeichnete, die sich um Klassenintegration und familiäre Probleme kümmere, lobten auch die Elternvertreter die Pädagogin als „unverzichtbares Bindeglied“, das ein großes Maß an Stress wegnehme.

Lothar Schwarzer, Schulleiter der Hauptschule, erklärte, dass die Qualität der Probleme auch im Zuge von Cybermobbing immer größere Ausmaße annehme und die beiden Sozialarbeiterinnen der Schule grade als heißer Draht zum Jugendamt besonders wichtig seien. So sahen es auch die anwesenden Gymnasiallehrer, die Regulski die Schließung einer Lücke attestierten. „Wir können viele soziale Probleme nicht lösen, sind keine Sozialarbeiter oder Psychologen“, betont Lehrer Erich Wilberg.

 
 

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