Hotline zum Ramadan

Schwelm..  Am Montag begann der Fastenmonat Ramadan. Ärzte stehen immer dann vor besonderen Herausforderungen, wenn sich gläubige Muslime im Fastenmonat gegen die Einnahme von Medikamenten entscheiden. Ärzte des Helios-Klinikums Schwelm bieten daher gemeinsam mit ihren Kollegen des Universitätsklinikums Wuppertal in Kooperation mit dem Wuppertaler Moscheenverein eine Ramadan-Hotline an, um Ärzte beraten zu können.

Für gläubige Muslime ist das Fasten einer der fünf Eckpfeiler des Islam. Die Fastenvorschrift gilt für jeden Muslim, der die Pubertät erreicht hat. Im neunten Monat des islamischen Mondkalenders sollen Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf den Verzehr von Essen und Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr verzichten. Mit dem Fasten soll der Mensch lernen, sich in Geduld zu üben, sich auf Gott zu konzentrieren und zur inneren Einkehr zu kommen. Im Allgemeinen gibt es Ausnahmeregelungen für Kranke, Reisende, schwangere Frauen und stillende Mütter. Das Fasten kann je nach Möglichkeit nachgeholt oder ausgesetzt werden.

„Es gibt muslimische Patienten, die trotz der bestehenden Ausnahmeregelungen während der Fastenzeit auf die Einnahme von Arzneimitteln tagsüber verzichten möchten“, weiß Sohayla Sleiman, Ärztin in der Medizinischen Klinik am Helios-Klinikum Schwelm und selbst Muslimin.

Gemeinsam mit Iman Sleiman, ebenfalls als Ärztin in der Medizinischen Klinik tätig, und ihren Kollegen aus Wuppertal möchte sie dabei helfen, Ärzte aus den beteiligten Kliniken oder dem niedergelassenen Bereich, Fragen bezüglich des Fasten, der zeitlichen Versetzung der Medikamenteneinnahme und des Umgangs mit muslimischen Patienten zu klären. „Wir konnten hier im vergangenen Jahr schon positive Erfahrungen sammeln.“

„Bestimmte Medikamente darf man nicht pausieren, andere können zeitlich versetzt eingenommen werden“, so Sohayla Sleiman. „Als Ärzte oder auch Pharmakologen kann das Team der Ramadan-Hotline in der Regel beurteilen, ob eine Medikamenteneinnahme verschoben werden kann oder ob das Medikament wie verordnet eingenommen werden muss.“ Die religiöse Beurteilung muss an anderer Stelle erfolgen. Hier stellen die Mitarbeiter, die die Hotline betreuen, bei Bedarf einen Kontakt zu muslimischen Gemeinden her.

 
 

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