Hermann Hirschberg 84-jährig gestorben

Hermann Hirschberg starb nach langer Krankheit.
Hermann Hirschberg starb nach langer Krankheit.
Foto: WR

Ennepetal..  Wenn er sich von einem Menschen verabschiedete, wünschte er ihm Gottes Segen. Nun müssen die Ennepetaler von ihm Abschied nehmen. Hermann Hirschberg, der Mann, der einst in Ennepetal das Jugendamt der Stadt leitete, der der letzte hauptamtliche Chef der Volkshochschule in Ennepetal war, starb nach langer Krankheit im Alter von 84 Jahren. Schon seit längerer Zeit konnte er nicht durch, ja, sein geliebtes Voerde gehen, nicht mehr die Johanneskirche umrunden, für die er viele Jahre als Presbyter wirkte und auch ehrenamtlich das Archiv der Kirchengemeinde führte.

Trauerfeier im engsten Familienkreis

Hermann Hirschberg bekannte sich zum evangelisch-lutherischen Glauben, stand aber auch der Arbeiterbewegung nahe. Politisch betrachtet, schlug sein Herz links. Prof. Dr. Peter Brandt, Sohn des Bundeskanzlers und Friedensnobelpreisträgers, war beim Ehepaar Hirschberg zu Gast. Hermann Hirschberg übergab dem Geschichtswissenschaftler der Fern-Uni Bücher über die Arbeiterbewegung. Eine Schenkung. Peter Brandt war von Hirschbergs Sammlung beeindruckt. Die Wohnung der Hirschbergs in Voerde ist eine wahre Fundgrube für Bücherfreunde, Geschichtswerke, Bücher zur Religion, Bibeln in vielen Ausführungen. Hermann Hirschberg lebte mit seinen Büchern. Eine geistige Betätigung fand er auch bei den Freimaurern.

Er selbst schrieb und schrieb. Konzert- und Kunstkritiken, veröffentlichte Schriften zur Heimatgeschichte, schrieb über die Evangelische Kirchengemeinde Voerde, verfasste Hefte über den ev. Friedhof Voerde und über das Ludwig-Steil-Haus und über Denkmale in der Stadt. Biblische Geschichten übersetzte er ins Plattdeutsche. Er erinnerte 2008 in der WR an die Milsper Dichterin Minna Schmidt-Idar, an die schließlich seit 2011 mit einer Plakette am Spielplatz in der Fußgängerzone in Milspe erinnert wird.

Vor der Köhler-Ära leitete Hermann Hirschberg einige Zeit die Kulturgemeinde, war aktiv im Heimatverein Voerde und zählte zu der Ehrennachtwächterriege. Die Original Sauerländer Musikanten machten ihn zum Ehrenmitglied. Hirschberg moderierte viele Konzerte der „Sauerländer“. Wer ihn kannte, weiß: Hermann Hirschberg konnte vor Freude weinen, und er war fast zornig, wenn er Ungerechtigkeiten zu erkennen glaubte.

Die Trauerfeier für Hermann Hirschberg findet im engen Kreis statt, so wir er es sich gewünscht hat.

 
 

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