Helfer eröffnen Warenhaus für Flüchtlinge

Der Bedarf ist riesig: Tanja Häcker und Kurt Biallas packen ehrenamtlich im „Warenhaus für Flüchtlinge“ mit an, um die Not der Menschen ein wenig zu lindern.
Der Bedarf ist riesig: Tanja Häcker und Kurt Biallas packen ehrenamtlich im „Warenhaus für Flüchtlinge“ mit an, um die Not der Menschen ein wenig zu lindern.
Foto: WP

Schwelm..  Mit ein, zwei Tüten, bestenfalls mit einer Tasche in der Hand gelangen Flüchtlinge nach Schwelm. Im Gepäck: Gerade mal das Nötigste, was sie auf ihrer Odyssee gerade noch so mitnehmen konnten, manchmal aber nicht einmal das. Es fehlt an allem. An warmer Kleidung, an Bettzeug, an Tischen und Stühlen, und vor allem an Betten, wenn die Menschen von der Stadt irgendwo untergebracht werden. Um den Notleidenden unbürokratisch und schnell zu helfen, haben ehrenamtliche Helfer mit Unterstützung der Stadt am Montag in der Gustav-Heinemann-Hauptschule ein „Warenhaus für Flüchtlinge“ eröffnet.

Im Obergeschoss der Hauptschule

Der Anblick hält nicht ganz, was der Name verspricht. Das „Warenhaus“ ist ein zirka 30 Quadratmeter großer Raum im Obergeschoss der Hauptschule. Woanders würde man Kleiderkammer sagen. Doch das stimmt nur auf dem ersten Blick. Auf den zweiten fallen Haushaltswaren auf, wie Gläser, Geschirr und Besteck, und daneben auch Spielzeug, das ein Lächeln in die Gesichter der Flüchtlingskinder zaubern soll.

Auf die Beine gestellt haben das „Warenhaus für Flüchtlinge“ die Ehrenamtlichen von der Willkommensinitiative für Flüchtlinge. Sie haben eine eigene Gruppe für Schwelm gegründet, um vor Ort aktiv zu helfen. Nach nur zwei Treffen war die Idee vom Warenhaus nicht nur geboren, sondern gemeinsam mit der Stadt, die die Räumlichkeiten stellt, schon eingestielt.

Obwohl die Gruppe nur mit Mund-zu-Mund-Propaganda um Spenden warb, stapeln sich nach gut zwei Wochen die Säcke und Behältnisse mit den Sachen, von denen sich Schwelmer Familien bereitwillig trennten. Sie seien überwältigt gewesen von der hohen Spendenbereitschaft, ließen die Initiatoren wissen. „Selbst Kinder trennen sich von heiß geliebten Kuscheltieren, um zu helfen.“

Der Bedarf ist riesig und wird es vorerst bleiben. Aktuell leben in Schwelm 270 Flüchtlinge. Bis Jahresende werden es vermutlich zwischen 360 und 400 sein, und im kommenden Jahr rechnet die Stadt mit bis zu 600.

Wer für die Flüchtlinge spendet, kann übrigens sicher sein, dass die Hilfe auch bei den Bedürftigen ankommt. Die Stadt stellt Neuankömmlingen ein Papier aus. Das müssen sie vorlegen, wenn sie im „Warenhaus“ etwas bekommen wollen. Seit Montag läuft der „Betrieb“ und wird bereits gut angenommen.

Auf der anderen Seite achten die Helfer auf die Qualität der Spenden. Unter dem Deckmäntelchen der Hilfsbereitschaft soll niemand nur seinen „Müll“ loswerden können.

 
 

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