„Hallo Pizza“ verklagt Schwelmer wegen Betrugs

Foto: Kurt

Schwelm..  Nach öffentlichen Angaben macht die „Hallo Pizza“-GmbH rund 70,3 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Trotzdem hatten der Inhaber und Gründer (1990) der Pizza-Lieferungs-Franchise-Kette, Axel Fassbach, und sein deutschlandweiter Geschäftsführer, Frank Sasse, einen ehemaligen Lizenznehmer aus Schwelm wegen Betruges angezeigt.

Dabei ging es quasi um (Pizza-) Piccolinos (um den Begriff „Peanuts“ nicht weiter zu strapazieren) für das Unternehmen. Um 20.000 Euro sollte der 49-Jährige angeblich den Konzern im Oktober 2010 geprellt haben. Der letztlich entstandene Schaden indes beläuft sich eher auf 11.500 Euro. Doch der Ex-Franchisenehmer, der mittlerweile längst Insolvenz angemeldet hat, landete nun vor dem Schwelmer Strafgericht.

Die Staatsanwaltschaft legte dem ehemaligen „Hallo Pizza“-Lizenznehmer zur Last, vor fast drei Jahren in der Hauptzentrale Langenfeld bei Düsseldorf mit Fassbach und Sasse in einem persönlichem Gespräch einen Darlehensvertrag bezüglich einer Filiale in Essen abgeschlossen zu haben – im Bewusstsein, die vereinbarten 20.000 Euro wegen finanzieller Schieflage nie zurückzahlen zu können. Mehr noch laut Anklage: Er habe als Sicherheit die gesamte Einrichtung der Filiale geboten.

Das Gericht hat die Verhandlung zunächst vertagt

Diese allerdings war für einen weiteren Kredit längst schon von ihm an eine Wuppertaler Bank per Raumsicherungsvertrag abgetreten worden. Angeblich habe die oberste Geschäftsleitung des Franchise-Unternehmens nichts davon gewusst.

Verteidiger Thilo Heuser erläuterte kurz die Hintergründe: „Mein Mandant besaß zwei Pizza-Filialen in Wuppertal und Remscheid. Die gab er aus hier nicht relevanten Gründen auf, um die neue in Essen zu führen.“ Dort sei er auf Probleme mit einem anderen Franchise-Nehmer gestoßen. „Es gab einstweilige Verfügungen, er durfte nicht mehr werben. Da kam es zum Liquiditätsengpass.“

Und zum eigentlichen Vorwurf, so der Verteidiger: „Er ist samt seines Steuerberaters zu dem Gespräch in Wuppertal gewesen. Sämtliche Verbindlichkeiten wurden dort offenbart.“ Rechtsanwalt Thilo Heuser legte dem Strafgericht ein Dokument vor, das dies plausibel erschienen ließ. „Er verließ sich auf seinen Berater. Dass mein Mandant wusste, dass es sich bei dem Raumsicherheitsvertrag um eine Sicherungsübereignung handelte, bezweifele ich.“

Den Gründer und Inhaber, den Freiburger Axel Fassbach, hatte das Gericht gar nicht erst in den Zeugenstand geladen, Geschäftsführer Frank Sasse ließ sich kurzfristig entschuldigen. Großes Interesse seitens des Konzerns bestand offensichtlich nicht mehr an der Strafverfolgung.

Letztlich kamen Staatsanwaltschaft und Gericht überein, die Verhandlung zunächst zu vertagen. Als wahrscheinlich gilt allerdings, dass das Strafverfahren am grünen Tisch ohne Auflagen eingestellt wird.

 
 

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