Grusel und Witz mit Stefan Melneczuk

Gevelsberg..  Bei Bücher Appelt hat am vergangenen Mittwochabend Stefan Melneczuk gelesen. Er ist ein Autor aus Hattingen, der gerade an seinem sechsten Roman arbeitet.

Mal gruselig, mal unangenehm, aber zum Teil auch humorvoll sind die Geschichten von Stefan Melneczuk – und davon bekam das Publikum eine Kostprobe. Es war ein Querschnitt durch alle bisher erschienenen Bücher.

Individueller Schreibstil

Worum es geht? Die Titel sollten es ja bereits andeuten. „Schattenland“ enthält 32 „schwarze“ Geschichten und wurde mit „Horror mit Anspruch“ und „schaurig schön“ kommentiert. Das nahm Melneczuk auch fürs Einstimmen der Leserunde in die Hand, wobei sich der sehr individuelle Schreibstil des Autors zeigte: Viele Aufzählungen, die Spannung erzeugen, und die Pointe gerne am Schluss.

„Ich wurde oft gefragt, ob ich in Hattingen ohne Tageslicht im Zimmer aufgewachsen sei“, scherzte der Schriftsteller. Tatsächlich ist dem ganz und gar nicht so, obwohl er an Halloween geboren wurde. Zwar schreibt Stefan Melneczuk seit dem 15. Lebensjahr vermutlich in geschlossenen Räumen, doch hat er anhand seiner jahrelangen Arbeit bei der WZ in Wuppertal schon viel gesehen.

Aus seinem Buch „Rabenstadt“ las er „9/11“ vor und die Zuhörer wurden zwangsläufig an den Anschlag auf das World Trade Center erinnert: Ein Ehepaar, das Jahre später auf den Unglücksort „Ground Zero“ blickt, trifft einen Mann, der sagt: „Ich war im Nordturm. Wissen Sie vielleicht, wo sie [seine Ehefrau] ist?“ Am Ende dieser Geschichte ist klar: Stefan Melneczuk macht Tote zu Lebenden und Lebende zu Toten. Bei den Zuhörern hatte er am Mittwoch mithilfe seiner Vorlesekunst, bei der er oft die Stimme verstellte, um die Figuren deutlicher zu machen, eine Gänsehaut bewirkt.

Was für den Autor sehr wichtig ist, ist die Miteinbeziehung der Umgebung. So ist etwa im Thriller „Marterpfahl“ das Ruhrgebiet der Schauplatz fürs Böse, in „Rabenstadt“ Wuppertal.

In „Wallenstein“ geht es auf die Spuren eines Serienkillers – in Anlehnung an berüchtigte Kindermörder. Um mal ein wenig zu „entspuken“ war bei der Lesung aber auch Witziges mit dabei. Zwei „Liebesgeschichten“, wenn man diese so nennen darf, schlossen die Lesung ab. „Die Geschichten sind wie Nebelwände. Man weiß nicht, was sich dahinter verbirgt. Im schlimmsten Fall ist es eine Mauer“, erklärte Stefan Melneczuk.

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