Grünen-Vorschlag: E-Bikes statt Busfahrkarten für Schüler

Ennepetal.  Die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen setzt sich für die Bereitstellung von E-Bikes für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I ein. Durch die Einführung eines solchen freiwilligen Angebots der Stadt zur Schülerbeförderung könnte der Zuschuss zu den Schülerfahrkarten verringert werden, heißt es in einem entsprechenden Antrag an Bürgermeisterin Imke Heymann.

Der Rat Stadt Ennepetal sei derzeit im Begriff ein Klimaschutzkonzept zu verabschieden, in dem auch Handlungsoptionen im Bereich Verkehr genannt werden. Unter anderem soll die Stadt die „Fahrradförderung im innerstädtischen Bereich“ voranbringen, erklären die Grünen. In Zeiten der Haushaltssicherung würde ein „Schülermobilitätsmodell“, das mit einer dauerhaften Entlastung des städtischen Haushalts einhergeht, für Ennepetal sicher von Vorteil sein. Für das Jahr 2017 seien im Haushaltsentwurf allein für die Beförderung der Fahrschüler der Real-, Haupt- und Sekundarschule sowie des Reichenbach-Gymnasiums mehr als 400 000 Euro eingestellt. Der monatliche Zuschuss der Stadt liege im Moment bei etwa 43 Euro pro Schüler.

Beförderungskosten würden gesenkt

Die Grünen schlagen daher vor, dass die Stadt Ennepetal mit interessierten Schülerinnen und Schülern auf freiwilliger Basis für die Dauer des Besuchs der Sekundarstufe I (Klassen 5 bis 9 bzw. 10) eine verbindliche Vereinbarung treffen könnte, nach der die Stadt in diesem Zeitraum ein E-Bike kostenlos zur Verfügung stellt. „Im Gegenzug verzichten die Schülerinnen und Schüler in den Monaten März bis September auf ihren Beförderungsanspruch und die damit verbundene Monatsfahrkarte“, so die Grünen. „In den Monaten Oktober bis Februar erhalten sie ihre Monatsfahrkarten wie bisher.“

Die Stadt würde diesem Modell zufolge in den Monaten März bis September 7 x 43 Euro, also jährlich insgesamt 301 Euro pro Schüler einsparen. Die Sekundarstufe I durchliefen die Schüler in der Regel in 5 bis 6 Jahren. Im Ergebnis kämen also Einsparungen von 1500 bis 1800 Euro pro Schüler zusammen. „E-Bikes, die den Anforderungen entsprechen, kosten ca. 700 bis 800 Euro“, so die Grünen. Somit könnten die Beförderungskosten für die Teilnehmer auf den gesamten Zeitraum gesehen um etwa 50 Prozent gesenkt werden.

Klimaschutz- und Gesundheitsaspekt

„Voraussetzung für ein solches Modell ist allerdings, dass die Radfahrwege sicher gestaltet werden und sich durchgängig vom Büttenberg bis Voerde, sinnvollerweise entlang der Milsper Straße, erstrecken. In Richtung Oberbauer kann die bestehende Bahntrasse benutzt werden“, heißt es in dem Antrag. Weitere Vorteile sehen die Grünen darin, dass den Schülern das E-Bike das ganze Jahr über zur Verfügung stehe und beispielsweise auch für Fahrten zum Schwimmbad, Sport oder zu Freunden genutzt werden könne. Auch komme die Stadt einen Schritt bei ihren Klimaschutzmaßnahmen voran. Nicht zuletzt seien die Schüler Multiplikatoren beim Ausbau der E-Mobilität, zudem habe Radfahren einen positiven gesundheitlichen Aspekt.

Den Grünen zufolge könnten pädagogische Maßnahmen – zum Beispiel Reparatur-AGs an den Schulen – das Modell begleiten, gegebenenfalls eröffne ein Fahrradladen in der Fußgängerzone.