Größte Karstquelle im EN-Kreis entdeckt

Foto: WP

Ennepetal..  Stefan Voigt widmet bereits sein ganzes Leben der Höhlenforschung, hat wie er sagt, „in Ennepetal jeden Stein schon zehn Mal umgedreht“. Und doch gibt es noch immer etwas in der Stadt zu entdecken: in diesem Fall ist es die größte Karstquelle im Ennepe-Ruhr-Kreis, ein Fund mit großer geologischer Bedeutung. Es war der Zufall, der Voigt auf die richtige Spur führte.

Sechs Container Schutt

Er sollte auf einem Grundstück an der Kölner Straße 160 mit seiner Garten- und Landschaftsbaufirma eigentlich nur ein Loch verfüllen. Ein ganz normaler Auftrag. Statt es verschwinden zu lassen, holte er letztlich aus den 50 Quadratmetern Fläche sechs Container Bauschutt und 15 Kubikmeter Erde. Der Eigentümer Bernhard Grothe überschrieb ihm das Grundstück und Voigt sanierte dieses bedeutende Naturdenkmal, sicherte die Steilhänge mit Trockenmauersteinen ab und taufte die Quelle „Löwenspring“. Gestern wurde die Eröffnung mit vielen Ehrengästen gefeiert.

Die stellvertretende Landrätin Sabine Kelm-Schmidt bezeichnete die Quelle als einen weiteren Ort, der die Vielfalt der Region zeige und für die Strahlkraft der Stadt stehe, im geowissenschaftlichen und touristischen Sinn. Susanne Tittmann von der höheren Landschaftsbehörde der Bezirksregierung Arnsberg nannte den Löwenspring „ein Prunkstück und eine bedeutende Entdeckung, die zum System der Kluterthöhle gehört.“ Die Behörde förderte die Freilegung mit 6588 Euro. Für Stefan Henscheid vom Geologischen Dienst steht fest, dass diese Quelle dabei helfe, das Landschaftsgebiet besser zu verstehen,

Vereinfacht gesagt ist eine Karstquelle ein Ort im Kalksandstein, an dem Wasser, das unterirdisch fließt, an die Oberfläche dringt. Sie deutet auf Höhlensysteme und Bäche hin und ist mit einer Schüttung von 30 Litern pro Sekunde die größte ihrer Art im Kreis. Voigt hat bereits herausgefunden, dass 6,5 Liter von der Rahlenbecke kommen, indem er das Wasser eingefärbt, den Weg verfolgt und aufgesammelt hatte. Woher die anderen Liter sind, ist noch unklar. Eventuell vom Zuckerberg oder Mönkerberg, aus der Rahlenbeckespechthöhle, sicherlich aber aus Höhlen, die noch unentdeckt sind. So wie die Quelle lange im Verborgenen blieb, die nirgends verzeichnet war, unter Schutt lag, unscheinbar im Bahnhang. Für Stefan Voigt und seinen Kollegen vom Arbeitskreis Kluterthöhle fängt die Arbeit jetzt erst an.

Voigt freut sich schon darauf, die nächsten Geheimnisse aufzudecken und auch darüber , dass sich in der Stadt so viele Menschen für Geologie begeistern würden.

Der Arbeitskreis werde immer größer, 110 Mitglieder sind es aktuell, und für die gibt es einiges zu tun. „Schließlich sind wir die einzige Stadt in Deutschland, die mit der Kluterthöhle ein Geotop als Markenzeichen hat.“ Der Löwenspring sei eine zusätzliche Attraktion für das Geoparkcenter an der Kluterthöhle, das in Kürze eröffnet wird. Ebenso wie die Höhle selbst oder der Steinbruch Zuckerberg, der als Bodendenkmal eingetragen werden soll.

Für Voigt ist die Quelle nicht nur aufgrund ihrer Bedeutung etwas besonderes, auch der Fundort spielt für ihn eine wichtige Rolle. Denn früher befand sich in unmittelbarer Nähe die Gesenkschmiede von Julius Löwen. Der Urgroßvater von Stefan Voigt. Daher auch der Name „Löwenspring“.

 
 

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