Granate lagert im Wohnzimmer

Ennepetal..  Eine Granate sorgte beim jüngsten Vortrag der Kulturgemeinde Ennepetal für Irritation bei den Besuchern.

Zum Thema „Der Kampfmittelräumdienst“ hatte der Technische Einsatzleiter der Bezirksregierung Arnsberg, Karl Friedrich Schröder, über das Entdecken und Beseitigen von Munitionsfunden berichtet. In einer anschließenden Fragstunde wurde es plötzlich merkwürdig still in der Aula des Reichenbach-Gymnasiums. Ein Besucher sagte nämlich, er habe im Keller seines Hauses eine Granate gehabt und die befinde sich nun in seiner Wohnung. Offenbar lagerte die Granate schon seit einigen Jahren in dem Haus.

Sofort Behörde anrufen

Der Referent gab dem Mann, dessen Wohnort nicht bekannt ist, einen dringlichen Rat: „Informieren Sie morgen die Ordnungsbehörde, zögern Sie nicht.“ Ennepetals Feuerwehrchef Frank Schacht, der mit Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr die Veranstaltung besucht hatte, unterstreicht dies. Bei derartigen Funden solle man lieber einmal zu viel anrufen als zu wenig. Zuständig sei grundsätzlich das Ordnungsamt, man könne aber natürlich auch Feuerwehr oder Polizei verständigen.

Berechtigung ist notwendig

Im konkreten Fall handele es sich nicht um einen gerade erst entdeckten Blindgänger, sondern wohl um eine Granate, die schon lange im Besitz des Mannes gewesen sei, erklärt Frank Schacht. Akuter Handlungsbedarf sei daher nicht zu erkennen. Dennoch sei dem Betreffenden unbedingt geraten, den Sprengkörper zu melden und untersuchen zu lassen. Nicht zuletzt, so Schacht, benötige man für den Besitz scharfer Munition eine entsprechende Berechtigung.

Dass Bomben- und Granatenfunde heute immer noch an der Tagesordnung sind, machte Karl Friedrich Schröder deutlich. Sechs- bis siebenmal täglich sei der Kampfmittelbeseitigungsdienst gefragt – allein im Bereich Westfalen-Lippe.

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