Glocken läuten jetzt in Palanga

Neue Kirche in Palanga Litauen Pauluskriche in Gevelsberg spendete Glocken
Neue Kirche in Palanga Litauen Pauluskriche in Gevelsberg spendete Glocken
Foto: Privat

Gevelsberg.  Die Stadt Palanga ist mit etwa 22 000 Einwohner Litauens größtes Ostseebad. In der schönen südkurischen Landschaft Megowe liegt der Ort rund 20 Kilometer nördlich der Bezirkshauptstadt Klaipėda (dt. Memel) und etwa 300 Kilometer nordwestlich der litauischen Hauptstadt Vilnius. Während es bis zur lettischen Grenze in nördlicher Richtung weniger als 20 Kilometer sind, beträgt die Distanz nach Gevelsberg etwas über 1300 Kilometer.

Besonderer Gottesdienst

Auf Einladung der Gemeinde von Palanga machte sich auch Pastor Dirk Küsgen mit seiner Frau auf den Weg, um am letzten Wochenende an einem ganz besonderen Gottesdienst mit der Einweihung der neuen Kirche mit Gemeindezentrum beizuwohnen. Dabei konnte er sich davon überzeugen, dass sich die aus der Paulskirche in Gevelsberg stammenden Bänke, die noch aus dem Betsaal von 1893 stammen, hervorragend in das moderne Kirchengebäude integrieren. Auch die sakralen Gegenstände wie der Altar und der Taufstein, die von 1959 stammen, finden hier jetzt eine neue Bestimmung.

Darüber hinaus läuten jetzt auch die Glocken der ehemaligen Pauluskirche an der Hagener Straße in dem Badeort an der Ostsee. In dem überwiegend katholischen Litauen leben die etwa 30000 Lutheraner als Christliche Minderheit vor allem im ehemals deutschen Memelland und an der Grenze zum evangelisch geprägten Lettland.

Das die Gegenstände aus der Pauluskirche, in der am 31. Dezember 2006 der letzte Gottesdienst zur Entweihung des Gotteshauses gefeiert wurde, überhaupt den langen Weg nach Litauen fanden, ist dem Kirchenmusiker der Lukaskirche am Börkey, Valdas Jelis zu verdanken, der selbst aus Litauen stammt. „Er stellte die Kontakte her und hat auch die Transporte des Inventars organisiert,“ so Dirk Küsgen. Valdas Jelis gehörte ebenfalls zu den geladenen Gästen aus aller Welt, die an dem dreistündigen Gottesdienst teilnahmen. Dirk Küsgen: „Dieser begann mit einer vierzigminütigen Prozession durch den ganzen Ort vom alten Gemeindehaus zur neuen Kirche.“ Angeführt durch Bischof Mindaugis Sabutis trugen Gemeindemitglieder Kreuz, Leuchter und das Abendmahlgerät in das neue Domizil.

Beifall für Spende aus Gevelsberg

Dem folgte ein kurzweiliger Gottesdienst mit viel Gesang und einer Abendmahlsfeier. Der Orts-Pfarrer Darius Petkunas aus Palanga zelebrierte die Liturgie. Die Predigt hielt Bischof Mindaugas Sabutis. Die Kirchenlieder hatten litauische Texte, folgten aber ausnahmslos bekannten deutschen oder englischen Melodien. Zum Abschluss gab es noch zahlreiche Grußworte aus Amerika, Litauen, Deutschland und Lettland.

Große Freude war bei den Gemeindemitgliedern zu spüren, als die Glocken und das Inventar aus Gevelsberg erwähnt wurden. Spontaner Beifall spendeten selbst diejenigen, die drei Stunden stehen mussten, weil sie keinen Sitzplatz mehr gefunden hatten. „Selten haben die Gäste aus aller Welt einen derart würdigen und feinen Gottesdienst erlebt, in dem keiner auf die Uhr guckte,“ ist sich Küsgen sicher.

 
 

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