Gevelsberg feiert friedliches Zusammenspiel der Religionen

Am Montag, 10.02.2014, eröffnete die Ausstellung „Dialog der Religionen" im Rathaus Gevelsberg. Im Bild: Band „Max", bekannt aus dem Hoffnungsland Gottesdienst, spielte moderne Kirchenlieder.
Am Montag, 10.02.2014, eröffnete die Ausstellung „Dialog der Religionen" im Rathaus Gevelsberg. Im Bild: Band „Max", bekannt aus dem Hoffnungsland Gottesdienst, spielte moderne Kirchenlieder.
Foto: Bastian Haumann
Dutzende Gäste drängen sich zur Eröffnung der Ausstellung „Dialog der Religionen“ im Ratssaal. Wenn die Ausstellung am 21. Februar endet, soll der Dialog fortgeführt werden und Brücken bauen zwischen den Menschen.

Gevelsberg..  Tolerant, weltoffen, ein buntes Miteinander aller Kulturen. Am Montagabend eröffnete die Gemeinschaftsausstellung „Dialog der Religionen“ im Gevelsberg Rathaus, baute Brücken zwischen den Menschen und ist weit mehr, als eine Sammlung von Exponaten.

Lernen, was wichtig und heilig ist

Wenn die Ausstellung am 21. Februar endet, soll der Dialog fortgeführt werden. „Doch glauben wir nicht alle an denselben Gott?“, fragte Bürgermeister Claus Jacobi in seiner Begrüßung die zahlreichen Gäste, die sich in den Ratssaal drängten, und warnte gleichzeitig. Wer so frage, der relativiere. Jeder solle sich mit den Überzeugungen und Bekenntnissen der anderen Religionen beschäftigen, lernen, was den Menschen wichtig und heilig ist. Genau das schätze er an einer Gemeinschaft. „In den Austausch treten, um sich besser kennenzulernen“, sagte er.

Die Eröffnungsfeier bot eine Gelegenheit dazu. Die Musikerin sang jiddische Texte und begleitete sich an der Gitarre, Imam Metin Bilazer rezitierte Suren aus dem Koran – die entsprechende Übersetzung konnten die Gäste an der Leinwand ablesen.

Beeindruckend war auch die Darbietung des Semanzen, was übersetzt so viel bedeutet wie: drehender Derwisch. Im weißen Gewand mit langem Rock und hohem Filzhut drehte sich Talip Elmansulu auf der Stelle um die eigene Achse. Doch nicht etwa im Tanz. „Es ist eine Art Gottesdienst, eine andere Art, Gott zu loben und ihm zu danken“, wurde erklärt. Elmansulus Kostüm, die Haltung der Hände habe eine Bedeutung. Der Hut stehe für den Grabstein, das weiße Gewand für das Leichentuch, die nach oben zeigende Handfläche heiße: „Er nimmt etwas von Gott und leitet es an das Volk weiter.“

Offen aufeinander zugehen

Christliche Musik gab es direkt im Anschluss. Die Band „Max“, bekannt aus den Hoffnungslandgottesdiensten, begleitete die Eröffnungsfeier bis in den späten Abend hinein, Pfarrer Helmut Kirsch sprach christliche Gebete. Bevor die Besucher die Ausstellungsstücke erkundeten, fand eine offene Fragerunde statt, wie es mit dem Dialog der Religionen in der Stadt Gevelsberg weitergehen soll. Oder ob es nötig sei, wie eine Dame fand, die sich zu Wort meldete. „Ich brauche nur den Kindern zuschauen, wie sie hier glücklich miteinander umgehen.“

Solche Stimmen gab es zahlreich. Die Menschen sollen offen aufeinander zugehen und die fremd wirkende Religion von jemandem erfahren, ohne dabei voreingenommen zu sein. Oder: „Wir leben alle unter einem Himmel.“

Weitere Veranstaltungen

Bevor jedoch Ausstellung und Buffet die vielen Gäste im Gevelsberger Rathaus lockten – selbstverständlich mit typischen Speisen jeder Religion und Kultur, die auf der Ausstellung vertreten waren, ergriff Bürgermeister Claus Jacobi noch einmal abschließend das Wort: „Der Weg ist noch weit, aber der Weg ist das Ziel.“

In den folgenden Tagen finden unterschiedliche Veranstaltungen, Lesungen, Workshops, Führungen zu diesem völkerverbindenden Thema statt.

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