Für Monate ist die B7 eine Millionen-Baustelle

Klaus Bröking
Fachbereichsleiter Björn Remer, Bürgermeister Claus Jacobi und Wolfgang Mesenholl (von links) vom zuständigen Planungsbüro vor der Kreuzung am Hotel Vogelsang. Hier wird am kommenden Montag mit dem Bau eines Kreisverkehrs begonnen.
Fachbereichsleiter Björn Remer, Bürgermeister Claus Jacobi und Wolfgang Mesenholl (von links) vom zuständigen Planungsbüro vor der Kreuzung am Hotel Vogelsang. Hier wird am kommenden Montag mit dem Bau eines Kreisverkehrs begonnen.
Foto: Klaus Bröking

Gevelsberg.  Schon ein Jahr lang gehörten die Bagger auf der Hagener Straße am Vogelsang zum Alltagsbild. Aber, das war eigentlich noch harmlos. Es wurden lediglich neue Leitungen verlegt. Am nächsten Montag geht es erst richtig mit dem Umbau der ehemaligen B7, die inzwischen zur L700 herabgestuft wurde, los. Bei den Anwohnern sind mindestens anderthalb Jahre jede Menge gute Nerven gefragt und dafür sollen sie mit einer deutlichen Steigerung ihrer Wohnqualität dann belohnt werden.

Zwischen vier und fünf Millionen Euro wird es kosten, die Strecke zwischen dem Bahnübergang Poeten und dem Hotel Vogelsang in eine moderne Wohnstraße zu verwandeln. An beiden Enden wird es aufwendig gestaltete Kreisverkehre geben. Durch den am Poeten werden auch noch die Gleise geführt. „Das Geld ist schon in unserer Kasse“, versichert Bürgermeister Claus Jacobi, dass die Fördergelder bereits an die Stadt überwiesen wurden.

Der Umbau am Vogelsang, so der Sozialdemokrat, sei ein „Mutmacher-Thema“, dass es auch in finanziell schlechten Zeiten möglich sei, einem Stadtteil Gevelsbergs „eine tolle Aufwertung“ zukommen zu lassen. „Vogelsang ist jetzt richtig dran“, verbreitet der erste Bürger der Stadt Aufbruchstimmung.

Los geht es erst einmal mit dem Bau des Kreisverkehrs an der Kreuzung am Hotel Vogelsang, die jeden Tag die stolze Summe von 18 000 Autos passieren. Bald soll es hier keine Ampeln mehr geben, der Verkehr zügiger fließen können. Für die Lastwagen, die darauf warten, bei der Firma Thun abgefertigt zu werden, wird ein Wartestreifen in Fahrtrichtung Hagen vor dem Kreisverkehr eingerichtet. Der Kreisel selbst soll „gärtnerisch gestaltet“ werden, wie es Bürgermeister Jacobi versichert.

Wolfgang Mesenholl vom beauftragten Planungsbüro glaubt, dass dieser Bauabschnitt bis zur Straße Am Waterkamp noch vor Weihnachten fertig sein könnte. Wenn dann der nächste Christbaum im kommenden Jahr angezündet wird, soll die gesamte Baumaßnahme abgeschlossen sein.

Bürgermeister Jacobi und sein zuständiger Fachbereichsleiter Björn Remer sind in solchen Vorhersagen vorsichtiger. Zu oft hatte sich der Umbau der Hagener Straße zwischen Nirgena und Drehbank einst verzögert, um bei dem nächsten Abschnitt allzu optimistisch zu sein. „Bei einer so alten Straße kann unter der Fahrbahn so manche Überraschung auf uns warten“, hat Jacobi lernen müssen und bittet die Anwohner um Geduld in den nächsten Monaten, auch wenn es unvorhersehbare Komplikationen oder anhaltende Schlechtwetter-Phasen geben sollte.

Mehr Platz für den Menschen

Ziel sei es, eine Straße zu schaffen, die wieder mehr für den Aufenthalt des Menschen und weniger für das Automobil da sei. Die Fahrbahnen werden deshalb zurückgenommen. Es wird großzügige Bürgersteige und Radwege geben. Auch die Straßenbeleuchtung strahlt bald im modernen Licht und die unattraktiven Masten am Fahrbahnrand werden daher überflüssig. „Der Charme der 50er und 60er Jahre am Vogelsang ist bald vorbei“, sichert Jacobi zu.

In der Mitte der Fahrbahn wird es eine farblich abgesetzte Allzweckspur geben, wie sie sich bereits zwischen Nirgena und Drehbank bewährt habe. Da während der Bauarbeiten eine Reihe von Parkplätzen nicht mehr zur Verfügung stehen, will die Stadtverwaltung auf dem Grundstück des inzwischen abgerissenen ehemaligen Restaurants „Grüne Ganz“ ein Provisorium schaffen.

Alle Anwohner, erklärt Fachbereichsleiter Björn Remer, würden schriftlich von der Stadtverwaltung informiert, wenn sie von den Baumaßnahmen vor ihrer Haustür direkt betroffen sind.

Und die Gastronomen an der Stadtgrenze zu Hagen werden sicherlich froh sein, wenn ihnen die Millionen-Baustelle nicht zu sehr das anstehende Weihnachtsgeschäft beeinträchtigt.