Fünfter Beatle mit Voerder Blut

Ennepetal.. Wenn am Sonntag in Los Angeles die „Grammys“ vergeben werden, dann wird in Ennepetal mitgefiebert. Frank Mertens und seine Freunde drücken Klaus Voormann die Daumen. Nicht nur, weil sie Beatles-Fans sind; sondern weil der wohl wichtigste deutsche Pop-Künstler Ennepetaler Wurzeln hat.

Ennepetaler drückt Sonntag die Daumen

Das hat Mertens erst vor wenigen Monaten herausgefunden. Der Musik-Liebhaber hatte den „fünften Beatle“ 2010 in Wuppertal gesehen, wo Voorman sowohl über Musik sprach als auch über das von ihm und seiner Frau Christina ins Leben gerufene „Lakota-Projekt“ zur Unterstützung von Indianern. Mertens sendete dem Bassisten und Grafiker eine Mail. Die Idee: Ein ähnliches Projekt mit Hilfe seines Arbeitgebers, dem Axa-Konzern, in Köln aufzuziehen.

Teilerlöse des nominierten Albums fließen nämlich in Voormanns Hilfswerk Lakota Village Fund. 1999 wurde es mit Voormann und Paul McCartney bei „Wetten, dass?“ offiziell vorgestellt. Christina Voormann ist regelmäßiger Gast im Ridge Reservat in South Dakota. Das Projekt liegt dem Paar am Herzen.

Christina Voormann berichtete Mertens von der dritten Grammy-Nominierung ihres Mannes und wollte ihm ein Exemplar der Grammy-Box (Buch, CD, DVD und Kunstdruck) zur Ansicht senden. Als dieser seine zuvor nie erwähnte Privatadresse angab, er­klang zu Mertens’ Überraschung im bayrischen Tonfall: „Ennepetal, des kenn i.“ Daher stamme die Familie ihres Mannes.

Frank Mertens war baff. Das musste er erst einmal verdauen. Der Ennepetaler, 1964 geboren, war immer schon Fan der Beatles, legte deren Scheiben mit fünf Jahren auch gleich auf seinen ersten Plattenspieler. Später haute er selbst in die Tasten, spielte auch Songs der FabFour – mit der Oldie-Band „Sixty-Five“. Natürlich kannte er frühzeitig auch Klaus Voormann, wusste über dessen Rolle bestens Bescheid. Und jetzt sollte der „fünfte Beatle“ aus seiner Stadt kommen?

Tatsächlich hat Klaus Voormann in seinem Geburtsort Berlin, in Hamburg, London und Los Angeles gelebt, wohnt jetzt am Starnberger See. Aber Vater und Großvater, die wurden in Ennepetal geboren, im damals selbstständigen Voerde. Der Vater Dr. Max Voormann, 1982 verstorben, war nach seinem Fortzug nach Berlin dort ein bekannter Arzt geworden. Seine Frau Ruth, geborene Lampenmühlen, schenkte ihm fünf Kinder, das jüngste am 29. April 1938. Es erhielt den Namen Klaus.

Verwandte habe der Musiker in Ennepetal keine mehr, hörte Frank Mertens von Christina Voormann. Und die Stadt selbst habe er noch nie gesehen. Das möchte Frank Mertens gerne ändern. Er träumt davon, Voormann in die Klutertstadt einzuladen, vielleicht verbunden mit einer Aktion für das Lakota-Projekt. Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen hätte er da sicherlich an seiner Seite. Der ist schließlich erklärter John-Lennon-Fan.

 
 

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