„Fünfter Beatle“ Klaus Voormann kommt nach Ennepetal

Der „fünfte Beatle“ Klaus Voormann kehrt zurück zu seinen Wurzeln nach Ennepetal.
Der „fünfte Beatle“ Klaus Voormann kehrt zurück zu seinen Wurzeln nach Ennepetal.
Foto: Klaus Micke/WAZ
Klaus Voormann zieht es zu seinen Wurzeln zurück – nach Ennepetal. Der Grafiker und Musiker, der wegen seiner langjährigen Freundschaft zu den Pilzköpfen auch als „fünfter Beatle“ bekannt ist, eröffnet am Sonntag eine Ausstellung mit seinen Werken in der Sparkasse.

Ennepetal.. Zurück zu den Wurzeln zieht es am Sonntag Klaus Voormann. Der Grafiker und Musiker, wegen seiner langjährigen Freundschaft zu den Pilzköpfen als „fünfter Beatle“ bekannt, eröffnet eine Ausstellung mit seinen Werken in der Sparkasse Ennepetal/Breckerfeld. In Voerde stand die Wiege seines Vaters Maximilian.

Der Popstar, der am 29. April dieses Jahres 75 Jahre alt wird, kann auf ein außergewöhnliches Leben zurückblicken. Den gebürtigen Berliner zog es als Kunststudent nach Hamburg, wo er 1960 die Beatles kennenlernte. Diese Begegnung öffnete ihm das Tor zur Musikszene, der er bis heute erhalten blieb. Musikalisch war er schon von Hause aus.

Voormann stand dabei nie im Vordergrund, hielt sich bescheiden zurück. Als er in Hamburg als „Paddy, Klaus & Gibson“ (1964 bis 1966) erstmals selbst auftrat, spielte er den Bass gerne mit dem Rücken zum Publikum. Dabei waren die abstehenden Ohren, die ihn immer gestört hatten, durch die angesagte „Pilzkopf-Frisur“ da schon verdeckt.

Die Freundschaft mit den Beatles blieb. Klaus Voormann wohnte später in London sowohl bei Ringo Starr als auch im Haus von George Harrison, seinem besten Freund unter den „Fab Four“. Für die Beatles gestaltete er das mit dem Musikpreis Grammy ausgezeichnete Cover des Albums „Revolver“, auf dem er auch sich selbst einfügte. Nach der Trennung der Band 1970 blieb er stets mit allen vier Beatles befreundet.

Grammy auch als Bassist

Gemeinsam mit Eric Clapton zählte Voormann zu den Begründern von John Lennons Plastic Ono Band (1969). Zuvor hatte er schon als Bassist mit Manfred Mann (1966 bis 1969) Chart-Erfolge gefeiert. Beim Intro von „Mighty Quinn“ spielte er außerdem die Flöte. Ein Beweis für die Vielseitigkeit des Bassisten, der auch mit Gitarre und Saxofon zu gefallen ­wusste.

1971 war Voormann bei George Harrisons Konzert für Bangladesh im New Yorker Madison Square Garden dabei und erhielt seinen zweiten Grammy, diesmal als Musiker. Es war das erste Charity-Konzert der Geschichte.

Es folgte 1973 der Umzug von London nach Los Angeles, dort das Mitwirken bei weiteren Welthits. Die Zusammenarbeit mit Harry Nilsson, der auch Soundtracks lieferte, beförderte Voormann gar als Schauspieler in zwei Filmen auf die Leinwand,; in „Popeye“ spielte er beispielsweise mit Robin Williams.

1980 zog es Voormann zurück nach Deutschland

1980 zog es Voormann zurück nach Deutschland. Als er die Gruppe Trio produzierte und zum späteren internationalen Hit „Da Da Da“ auch einen dezenten Bass beisteuerte, lernte er Christina Schwalb kennen. 1990 heirateten beide und leben jetzt mit den gemeinsamen Kindern Maximilian (23) und Rusha (20) am Starnberger See.

Im Jahr seiner Hochzeit zog sich Voormann von der Musik zurück und konzentrierte sich wieder aufs Zeichnen. Er gestaltete sowohl das Cover der „Beatles Anthology“ als auch den umfangreichen Bildband „Hamburg Days“. Im Jahr 2009 versammelte er viele alte Wegbegleiter um sich und brachte mit „A Sideman’s Journey“ sein bislang einziges Soloalbum auf den Markt, das prompt für den Grammy nominiert wurde.

Entwicklung der achtsaitigen Gitarre

Kreativ zeigte sich Voormann auch bei der Entwicklung von Instrumenten. So war er beteiligt an einer achtsaitigen Gitarre, die Gitarre und Bass vereint und Vootar genannt wurde. Gespielt hatte er diese schon in den 60er Jahren und sie dann im Laufe der Jahrzehnte weiterentwickelt. Ein Sondermodell heißt Rusha. Das ist sowohl der Name von Voormanns Tochter als auch der Kosename seiner Mutter.

Neben Musik und Kunst begeistert Klaus Voormann der Sport. Noch immer spielt er gerne Tennis – eine Leidenschaft, die er mit seinem Bruder Max teilt. Beide werden sich am Sonntag in Ennepetal wiedersehen. Auch ihre Kusine Renate Leithold, die noch in der Klutertstadt wohnt, ist eingeladen.

 
 

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