Ewiger Zweite diesmal der Sieger

Tristan Angenendt, Sieger des Wettbewerbs und Gewinner des Publikumspreises.
Tristan Angenendt, Sieger des Wettbewerbs und Gewinner des Publikumspreises.
Foto: Bastian Haumann

Gevelsberg..  Überraschung, Erleichterung, Freude – ein herzhaftes Lachen. So sehen Sieger aus! Tristan Angenendt (Deutschland) erspielte sich den 1. Preis beim Internationalen Wettbewerb. Und eine Ära geht zu Ende. Der junge Gitarrist besuchte seit einer halben Ewigkeit das Festival, stand oft im Finale, zeigte stets gute Leistungen an seinem Instrument, belegt gute Platzierungen. Doch blieb er der ewige Zweite.

Der vergangene Mittwoch ändert dann alles. „Ich möchte kurz die frohe Botschaft verkünden“, sprach er direkt nach dem Wettbewerb in sein Handy. „Ich habe den Wettbewerb gewonnen und den Publikumspreis erhalten.“

Ortswechsel beim Finale

Das Wettbewerbsfinale des Gitarrenfestivals fand dieses Mal nicht in der Erlöserkirche statt, sondern in den Räumen des Hauptsponsors, im Ennepe-Finanzcenter der Sparkasse. „In der Vergangenheit fand hier schon öfters Konzerte statt und die Experten versicherten mir: Klanglich bietet der Raum einiges“, versicherte Thomas Biermann, Vorstandsmitglied der Sparkasse.

Der kleine Saal hat noch einen weiteren Vorteil gegenüber der Kirche. Zum Finale des Wettbewerbs kommen nie viele Zuschauer. „In der Kirche verläuft sich das oft. Da sitzen hier mal zwei, da mal drei“, fand Witold Rex, stellvertretender Leiter der Musikschule. Im Ennepe-Finanzcenter war alles komprimierter mit einer „Nah-dran-Atmosphäre“, die Zuhörer saßen nicht weit von den jungen Gitarristen entfernt und konnten ihnen buchstäblich auf die Finger schauen.

Tristan Angenendt setzte sich gegenüber drei weiteren Konkurrenten durch. Unter den Argusaugen der Jury spielten: Kim Jinsae (Südkorea, 2. Platz), Kirill Ogorodnikov (Estland, 3. Platz) und Christian Winter (Deutschland, 4. Platz). Bei ihrem Spiel waren es oft die Kleinigkeiten, die den Ausschlag gaben. Stimmt die Technik, der Ausdruck? Die Stückauswahl? „Vielleicht ist unsere Entscheidung sogar vom Wetter abhängig“, scherzte Huppertz, Präsident der Jury. Denn nichts sei so subjektiv, wie die vermeidlich objektive Bewertung einer Jury. Und direkt an die Musiker gerichtet: „Wenn es dieses Mal nicht funktioniert hat, dann bleibt dran und versucht es im kommenden Jahr noch einmal!“

Die Teilnehmer machten es der Jury aber auch wirklich nicht einfach. Jeder von ihnen spielte ausgezeichnet, nur eben: anders ausgezeichnet. Kim Jinsae war der nüchterne Techniker, Kirill Ogorodnikov bewies ein Gespür für eine wunderschöne Stückauswahl, Tristan Angenendt war eine Mischung aus den beiden. Christian Winter überzeugte im Finale jedoch nicht.

In zwei Vorrunden, die in der Musikschule stattfanden, setzte er sich noch durch. Auf der kleinen Bühne im Finanzcenter fehlten ihm dann die Nerven. Unsauberes Spiel, gerade bei den schnellen Läufen. Und kein Händchen für eine gute Stückauswahl. Die moderne Komposition „Nocturnal“ von Benjamin Britten war einfach zu sperrig.

Die Preisverleihung fand am Mittwoch im Rahmen des Konzerts von Robert Aussell statt.

 
 

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