Erweiterung schafft 20 neue Arbeitsplätze

„Er der Macher und sie die Kreative“ - Hans Nölle und Ehefrau Babara neben Bürgermeisterin Gabriele Grollmann (vorne von links). Hintere Reihe rechts:: SIHK-Präsident Ralf Stoffels.
„Er der Macher und sie die Kreative“ - Hans Nölle und Ehefrau Babara neben Bürgermeisterin Gabriele Grollmann (vorne von links). Hintere Reihe rechts:: SIHK-Präsident Ralf Stoffels.
Foto: Heike Büchsenschütz
  • Richtfest für die mittlerweile vierte Produktions- und Lagerhalle der Firma Nölle-Pepin
  • Die Schlüsselübergabe ist für den 11. Oktober 2016 geplant
  • Danach erfolgt der Umzug vieler Maschinen im laufenden Betrieb

Schwelm.  Langsam hebt sich die mächtige Richtkrone am Kran in die Höhe. Die beiden Bauherren Barbara und Hans Nölle blicken sichtlich stolz hinauf. Es ist Richtfest Am Damm für die vierte Produktions- und Lagerhalle (5000 Quadratmeter) bei dem Familienunternehmen Nölle-Pepin. Sie sind führend in der Entwicklung und Herstellung von reißfesten und schwer entflammbaren Netzsystemen für Fahrzeuge.

„Man kann denen ins Netz gehen“ wie die stellvertretende Bürgermeisterin Christiane Sartor schmunzelnd formulierte. Sobald sie aus dem Haus gehen und in ein Fahrzeug steigen – egal ob Auto, Bus, Bahn, Flugzeug oder Schiff – sie werden auf ein Netz aus Schwelm treffen. Ralf Stoffels, frisch gewählter Präsident der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen, stellte fest, dass Nölle-Pepin zu den 150 Weltmarktführern nach den Kriterien der IHK zählt.

Er schätze die Verbundenheit des Unternehmens zu seiner Stadt und wie es sich auf dem schwierigen Markt der Automobilzulieferer behaupte.

Schlüsselübergabe am 11. Oktober

Auch Bürgermeisterin Gabriele Grollmann zeigte sich beeindruckt von dem Unternehmerpaar „Er ist der Macher und sie ist die Kreative“. In der letzten Monaten haben sie gemeinsam große Erfolge bei der Azubi-Werbung verzeichnen können. Bei Nölle-Pepin haben auch dieses Jahr wieder fünf Lehrlinge angefangen. Nölle selbst schätzt, dass aufgrund der Erweiterung rund 20 Arbeitsplätze in Schwelm neu geschaffen werden. Darunter würden auch wieder Arbeitsplätze sein, für die man kein Abitur und Studium benötigt.

Jürgen Rexing, Bauleiter des Generalunternehmens Hellmich aus Dinslaken, sprach den Richtspruch. Er nahm nach guter alter Sitte drei Schlucke (auf Bauherrschaft, Planer und Handwerksleut), bevor das Glas zerschellte. Seit Mai begleitet er den Bau, den die Bauherren, wie er sagt, „gut durchdacht haben“. Auf Wunsch von Nölle-Pepin waren soweit möglich Handwerker aus der Region beteiligt (u.a. Boldt + Faßbender GmbH, Elektroinstallation Lutz Rippschläger).

Hans Nölle (75) blickte in seiner Rede auf die mittlerweile 117-jährige Firmengeschichte zurück, die er seit 50 Jahren mitprägt. Sein Schwiegervater hatte ihn damals eingestellt. Um die Nachfolge und den Erhalt der Arbeitsplätze in Schwelm zu sichern, hat sich das Unternehmerpaar 2014 zur Gründung einer Familienstiftung entschlossen. Der Unternehmer begrüßte unter den zahlreichen Gästen neben Vertretern aus der Politik und Vertretern der Sparkasse auch viele langjährige Freunde und Wegbegleiter. Sein Dank galt nicht nur den Handwerkern, die im Notfall schon mal samstags eingesprungen sind, sondern auch seine direkten Nachbarn, die den Baulärm klaglos ertragen hätten.

Die Schlüsselübergabe ist für den 11. Oktober 2016 geplant. Für den technischen Leiter Mark Emde und seinem Team beginnt dann die spannende Zeit. Rund 70 Maschinen wollen fachmännisch von der alten Produktionsstätte über die Straße umgezogen werden. Dabei dürfen weder Lieferengpass noch Qualitätseinbußen entstehen. Der Firmenchef stellte fest: „Da wird es uns bis Weihnachten ganz bestimmt nicht langweilig. Wir rechnen pro Maschine mit fast drei Tagen.“ Hierbei wird es sicherlich sehr hilfreich sein, dass überwiegend auf Jakob-Müller-Maschinen gefertigt wird. Das Schweizer Unternehmen hat eine Gesellschaft in der Schwelmer Graslaake und der hiesige Ansprechpartner Andreas Kloecker war ebenfalls vor Ort.

Zwei-Schicht-Betrieb

Nölle-Pepin produziert im Zwei-Schicht-Betrieb. Die Maschinen schnurren und die Fäden fliegen nur so hin und her, bis aus ihnen schlussendlich ein Netz entsteht. Einige Produkte werden in Tschechien fertiggestellt. In dem EU-Land wird genäht und werden Baugruppen komplettiert. Pro Woche werden allein für BMW 40 000 Netze produziert.

In der „Werkstatt“, dem hauseigenem Museum, konnten die „Senioren“ der Maschinen betrachtet werden. Hans Nölle schwärmte, da er selbst noch an den Maschinen gearbeitet hatte, dass auch diese noch voll funktionsfähig sind. Sie treten sogar hin und wieder noch in Aktion, wenn Spezialanfragen von Oldtimer Liebhabern ins Haus kommen – zuletzt von einem Scheich bezüglich einem blauen Netzes. Durch die Erweiterung gibt es nun Platz für die Fertigung von neuen Produkten, mit denen sich die Netz-Experten eine Sicherung der Weltmarktführerschaft versprechen.

 
 

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