Erprobter Standort für zwei neue Kita-Gruppen

Im März 2014 zog der Kindergarten Fliednerhaus in das Gebäude der Neuapostolischen Kirche. Bald soll es wieder zurück in das umgebaute Heimathaus gehen. Den ehemaligen Kirchbau will die Stadt aber weiter nutzen.
Im März 2014 zog der Kindergarten Fliednerhaus in das Gebäude der Neuapostolischen Kirche. Bald soll es wieder zurück in das umgebaute Heimathaus gehen. Den ehemaligen Kirchbau will die Stadt aber weiter nutzen.
Foto: WP

Ennepetal.. Das Gebäude der Neuapostolischen Kirche an der Rüggeberger Straße 2 könnte dauerhaft als Kindertageseinrichtung genutzt werden. Die Stadt benötigt der aktuellen Bedarfsplanung zufolge für das kommende Jahr zwei neue Kindergartengruppen. In bestehenden Einrichtungen sind aber keine Kapazitäten vorhanden, so dass aus dem derzeitigen Ausweichquartier für den Kindergarten Fliednerhaus nach Vorstellungen der Verwaltung bereits ab dem kommenden Kindergartenjahr eine regelrechte Kindertageseinrichtung werden soll.

Übergangsquartier für Fliednerhaus

Vor einem Jahr waren die Kinder und Erzieherinnen aus dem Fliednerhaus in das ehemalige Kirchengebäude umgezogen, weil ihre Heimat an der Esbecker Straße saniert und für den U3-Betrieb umgebaut wird. Aufgrund zusätzlicher Arbeiten verschob sich der Rückumzug, derzeit ist er für Mai/Juni vorgesehen. Nach Wunsch der Stadt würden dann unmittelbar im Anschluss notwendige Umbauten vorgenommen, so dass schon mit Beginn des kommenden Kindergartenjahres am 1. August zwei neue Gruppen vom Typ I (20 Kinder, davon sechs unter 3 Jahren), dort eingerichtet werden könnten.

Die NAKImmobilien GmbH, die Immobilien der Neuapostolischen Kirche verwaltet, hat das Gebäude zum Kauf angeboten. Alternativ ist ein Investorenmodell im Gespräch, bei dem der Investor das Haus auf eigene Rechnung umbaut und anschließend schlüsselfertig für eine Kindergartennutzung vermietet. Im Raum steht eine Mietbindung auf zehn Jahre, bei jährlichen Mietkosten von 40 000 Euro.

„Für uns ist das ein absoluter Glücksgriff“, betont Fachbereichsleiter Hans-Georg Heller. Gerade im Bereich Milspe gebe es den Bedarf an zusätzlichen Kindergartenplätzen. Außerdem habe sich das Haus im Betrieb als geeignet erwiesen. Heller erklärte, dass für einen dauerhaften Betrieb aufgrund der gesetzlichen Vorgaben noch einige Arbeiten erforderlich seien. Unter anderem müsste ein Teil des Parkplatzes zum Außengelände umgewidmet werden und auch räumlich müssten noch Veränderungen vorgenommen werden. Der Betreiber erarbeite derzeit gemeinsam mit einer Architektin ein Konzept, so Heller. Er betonte, dass noch nichts unterschrieben sei, zeigte sich aber zuversichtlich, dass es eine tragfähige Lösung geben werde.

Dass die Stadt überhaupt einen zusätzlichen Platzbedarf für die Kinderbetreuung hat, liegt insbesondere an der Tatsache, dass es in jüngster Vergangenheit verstärkt Zuzüge von Familien mit Kindern gab. So wuchs die Gesamtzahl der Kinder im Kindergartenalter im Vergleich zum letzten Berechnungszeitraum (1. August 2014) um 59 Kinder. Das entspricht einem Zuwachs von 4,75 Prozent.

Aktuell 44 Kinder auf Warteliste

Nach Darstellung von Markus Ihmels, bei der Stadt für die Kindertageseinrichtungen zuständig, stünden für das kommende Kindergartenjahr 44 Kinder auf Wartelisten. Diese könnten selbst durch seitens der Träger geduldete Überbelegungen nicht in den bestehenden Gruppen untergebracht werden. Gerade auch vor dem Hintergrund des sich fortsetzenden Trends von Zuzügen würden demnach zwei weitere Gruppen des Typs I benötigt.

Insgesamt stehen in Ennepetal 819 Plätze in Tageseinrichtungen zur Verfügung, davon 178 Plätze für die Betreuung von Kindern unter einem Jahr. Zudem gibt es 84 Plätze in der Tagespflege, die derzeit auch in Anspruch genommen werden. Die Ausbauquote für Kinder unter drei Jahren liegt nach Angaben der Stadtverwaltung mit 40,85 Prozent deutlich über der Bundesvorgabe von 35 Prozent. Das Land NRW sieht sogar nur 33 Prozent vor.

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