Ekelhafte Sex-Szenen mit Kindern gesammelt

Ennepetal/Schwelm..  Was die Polizei im September bei der Wohnungsdurchsuchung eines Klutertstädters entdeckte, verschlug den Beamten die Sprache und brachte auch die Ermittlungsbehörde der Staatsanwaltschaft an die menschlichen Grenzen. Bei dem 30-jährigen Inhaber eines Wuppertaler Kiosks wurden mehrere PC-Festplatten, USB-Sticks, 25 CDs, ein Rechner und ein Notebook sichergestellt. Alles bespielt mit aus dem Internet heruntergeladener Kinderpornografie der allerübelsten Art. Weit mehr als ein Terabyte Speicherplatz war damit belegt.

Wegen Verbreitung und Besitzes kinderpornografischen Materials musste sich der 30-Jährige nun vorm Schwelmer Strafgericht verantworten. Die Ermittler mussten letztlich sage und schreibe 240 Fotos und 1740 Videos von Kindern, im Alter zwischen fünf bis zehn Jahren, die vor der Kamera von Erwachsenen missbraucht wurden, oder zumindest ihre nicht entwickelten Geschlechtsorgane zeigen mussten, herausfiltern. Auch „snuff-vids“ – das sind Videos, die einen angeblich realen Mord zeigen – waren darunter. Es wurden auch vom Beschuldigten selbst verfasste Gedanken extrahiert, die nichts Gutes verheißen.

Internet war seine Hauptquelle

Seine Hauptquelle für das fürchterlich abstoßende Material war immer das Internet. Und genau das wurde ihm auch zum Verhängnis. Ein Hinweis des bayerischen Landeskriminalamts führte zu einer Hausdurchsuchung. Dieses prüft regelmäßig die Rechtmäßigkeit der Videotauschbörse „emule“. Dort fiel der Ennepetaler auf, weil er Sequenzen eines Videos, in dem ein siebenjähriges Mädchens, dass von mehreren Männern missbraucht wird, heruntergeladen hatte.

Herunterladen bedeutet bei diesem Dienst ebenfalls, dies allen anderen Nutzern sichtbar zu machen. Die IP-Adresse seines Rechners verriet den PC und damit ihn.

Demütig betrat er den Gerichtssaal, demütig blieb der unscheinbare Mann auch. Etwas korpulent, ein Mann, der niemandem auffallen würde und noch nie mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt geraten ist. Selbstsicherheit besitzt er nicht. Jeder Satz, den er herausbringt, wird mehrfach mit einem „ehhh“ unterbrochen. Er gesteht alles.

Die Hintergründe lässt er allerdings verschwommen offen. Seit zwölf Jahren wisse er über seine sexuelle Neigung. Seine Mutter habe ihn sogar schon einmal in eine Therapie geschickt. Danach sei er über einen Chat-Room allerdings rückfällig geworden. Es tue ihm aufrichtig leid, er sei sofort bereit, eine neue Therapie zu beginnen.

„Unfassbarkeit der Bilder-Szenen“

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft, Oberamtsanwältin Herzig, sprach in ihrem Abschlussplädoyer von „Unfassbarkeit der Bilder-Szenen“ und „der Qual der Kinder im Sinne einer unmoralischen Porno-Industrie“. Sie beantrage letztlich 16 Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung und harte Auflagen.

Fünf Jahre Bewährungszeit

Strafrichter Tobias Ozimek kam dem kompletten Antrag nach. Dem Ennepetaler wurde ein Bewährungshelfer zugeteilt, seine Bewährungszeit beträgt statt der üblichen drei satte fünf Jahre. Und er muss sich unverzüglich in eine weitere Therapie begeben, die er nicht ohne ärztlichen Rat abbrechen darf. Sonst geht es direkt hinter Gitter.

Richter Stefan Ozimek sagte während der Urteilsbegründung: „Ihre pädophile Neigung kann ich Ihnen nicht vorwerfen. Dazu kommt niemand freiwillig. Vorwerfen muss ich Ihnen den bisherigen mangelnden Umgang damit. Es wird nun Zeit dies in einer Therapie zu lernen und zu kontrollieren, zum Schutz aller Kinder.“

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